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Ö1 Journal-Panorama

German, Talk, 1 season, 189 episodes, 3 days, 23 hours, 14 minutes
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In Reportagen, Berichten, Diskussionssendungen und Interviews stellen wir ein Thema in all seiner Breite und Tiefe dar: Zusammenhänge sollen begreifbar, Widersprüche und Details erkennbar werden. Ressortgrenzen gibt es dafür kaum. Wir befassen uns mit allen Weltgegenden und allen Bereichen des Lebens, die gesellschaftlich relevant sind. Im Podcast hören Sie ausgewählte "Journal-Panorama"-Sendungen.
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Salla, was nun?

Mit dem Krieg in der Ukraine hat sich die Sicherheitslage für ganz Europa geändert, die russiche Bedrohung war plötzlich wieder real. Zwei Staaten, die bisher wie Österreich neutral waren, haben nicht lange gefackelt und sind der NATO beigetreten - Schweden und Finnland. Für Finnland, das eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze zu Russland hat, eine besonders heikle und wichtige Entscheidung. Die kleine Gemeinde Salla liegt hoch im Norden an dieser Grenze. Früher hat man viele russiche Gäste begrüßt- sie kamen zum Einkaufen oder auf Urlaub. Nun ist die Grenze geschlossen und wird besonders gut bewacht. Einheimische Unternehmer mussten sich umstellen, allerdings kommen vermehrt auch Gäste aus Südeuropa - denn im Norden Finnlands gibt es noch lange weiße Winter. Der Klimawandel ist allerdings auch hier schon spürbar - vor allem die Tierwelt leidet darunter.
5/21/202427 minutes, 20 seconds
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Neustart im Musterland? Venezolanische Geflüchtete in Brasilien

Armut, Inflation, politische Unsicherheit und Repression haben zu einem Exodus aus Venezuela geführt. Das Land wird auch unter Nicolas Maduro, dem Nachfolger des höchst umstrittenen Präsidenten Hugo Chavez, autoritär geführt; weitreichende Sanktionen der USA schwächen die Wirtschaft weiter. Rund ein Fünftel der Bevölkerung hat das Land in den letzten Jahren verlassen. Brasilien ist ein beliebtes Ziel für viele venezolanische Geflüchtete. Der große Nachbar bietet staatliche Programme zur Unterstützung der Zuwander:innen, Arbeitserlaubnisse und humanitäre Hilfe. Brasilien sieht sich selbst als Vorzeigeland im Umgang mit Migrant:innen. Nur, stimmt das auch? Das Journal Panorama begleitet eine dreiköpfige Familie, die aus Venezuela nach Brasilien gekommen ist und dort keine einfachen Bedingungen vorfindet. Wird sie den Neuanfang schaffen?
5/16/202429 minutes, 51 seconds
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Indien: Wahlen im bevölkerungsreichsten Land der Welt

Die Wahlen in der größten Demokratie der Welt sind eine organisatorische Herausforderung ohnegleichen. Vom 19. April bis zum 1. Juni sind in Indien knapp 970 Millionen Wahlberechtigte dazu aufgerufen, ein neues Parlament zu bestimmen. Am 4. Juni wird ausgezählt und das Ergebnis verkündet. Die Wahl findet in sieben Phasen statt. Ob im entlegensten Himalaya-Dorf oder in den Slums der Megacities Delhi, Mumbai oder Kalkutta – überall sollen Wählerinnen und Wähler ihr Stimmrecht ungehindert ausüben dürfen. Favorit ist Premierminister Modi von der hindu-nationalistischen BJP, der sich gute Chancen auf eine dritte Amtszeit ausrechnet. Die Opposition dagegen zeigt sich schwach und uneinig. Vorausgegangen ist allerdings ein Wahlkampf in einem immer autoritäreren Klima, der viele daran zweifeln ließ, ob die jetzigen Wahlen tatsächlich fair sind.
5/15/202429 minutes, 49 seconds
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Der Fall Schilling und die Medien - eine Grenzüberschreitung?

Die Veröffentlichung von Recherchen im privaten Umfeld der EU-Spitzenkandidatin der Grünen Lena Schilling hat im Wahlkampf eingeschlagen wie eine Bombe. Wie politisch relevant ist das, was größtenteils anonym bleibende Quellen über Schilling sagen? Ist damit die Büchse der Pandora geöffnet für Charakterdebatten, wie sie bisher in Österreich nicht üblich waren? Und was ist vom Krisenmanagement der Grünen zu halten? Darüber diskutieren: Christina Aumayr, Kommunikationsberaterin Florian Klenk, Falter Olga Voglauer, Generalsekretärin Die Grünen (Erratum: Florian Klenk hat auf Sendung in Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Lena Schilling - in Unkenntnis dessen, dass das ein konkretes Krankheitsbild bezeichnet - von einem "Münchhausen-Syndrom" gesprochen. Klenk bedauert diesen Fehler.)
5/14/202430 minutes, 6 seconds
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Mit Kind, aber ohne eigenes Dach über dem Kopf: Obdachlose Mütter

Von rund 20 000 Obdachlosen in Österreich ist rund ein Drittel weiblich. Wohnungslosigkeit von Frauen ist oft „unsichtbar“, denn viele Frauen gehen aus Scham Kompromisse ein, um nicht auf der Straße zu landen: Einige putzen oder tauschen sexuelle Gefälligkeiten gegen ein Dach über dem Kopf, andere schlafen bei wechselnden Bekannten auf der Couch. Die Dunkelziffer ist hoch. Manche dieser Frauen sind nicht allein - sie sind obdach- oder wohnungslose Mütter, die mit ihren Kindern in belastenden Provisorien leben müssen. Die häufigsten Gründe für Wohnungsverlust sind psychische oder physische Gewalt, akuter Platzmangel, wenn vielköpfige Familien in viel zu kleinen Wohneinheiten zusammenleben, das Ignorieren von Ablaufdaten von befristeten Mietverträgen und Delogierung. Allein die Caritas Österreich betreibt zwölf Mutter-Kind-Häuser mit Wohnplätzen für 168 Mütter und 242 Kinder.
5/13/202429 minutes, 50 seconds
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Desinformation im Superwahljahr 2024

Russland versucht immer wieder, in Wahlkämpfe im Ausland einzugreifen und das Wahlverhalten dort zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Das weiß man spätestens seit der US-Präsidentenwahl 2016, als Moskau versuchte, die später unterlegene demokratische Kandidatin Hillary Clinton zu verhindern; und zwar unter anderem durch Desinformationskampagnen, die längst als Mittel der hybriden Kriegsführung gelten. Auf Social Media werden Fake News und Halbwahrheiten gestreut, sie fördern Zweifel und Polarisierung. Politische Parteien, oft am rechten Rand des Spektrums, haben diese Taktik längst übernommen. Ein Ziel Moskaus ist es auch, die EU zu spalten und den Rückhalt für die Ukraine zu schwächen. KI-generierte Deepfakes sehen immer echter aus und können zu weiterer Verunsicherung führen. Wie funktionieren russische Desinformationskampagnen, wie gefährlich ist das alles und ist auch Österreich vor der EU- und der Nationalratswahl eine Zielscheibe von Propaganda und Fake News?
5/8/202432 minutes, 30 seconds
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Die tückische Krankheit ME/CFS

Man will es sich gar nicht vorstellen: eine Krankheit zu haben, die einen ins Bett zwingt und im schlimmsten Fall jede Bewegung so gut wie unmöglich macht; Berührungen schmerzhaft, Töne und Licht unerträglich erscheinen lässt, meist ohne viel Aussicht auf Besserung. ME/CFS heißt die tückische Erkrankung, die zwar schon lang bekannt, aber wenig beachtet ist; nach der Covid-Pandemie wurde sie etwas bekannter, denn auch das Post-Covid-Syndrom kann in ME/CFS münden. Die oft jungen Erkrankten sind sehr erschöpft, manche können noch ein bisschen arbeiten, andere nicht, an Sport ist nicht zu denken, Überanstrengung macht das Ganze nur schlimmer. ME/CFS ist keine psychische oder psychosomatische, sondern eine neurologische Erkrankung, doch es wird noch viel zu wenig daran geforscht. Ihre Opfer sind oft auf sich allein gestellt. Es gibt keine Spezialambulanz, kein Kompetenzzentrum für die Krankheit.
5/7/202430 minutes, 1 second
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Davos: Porträt eines berühmten Ortes

Davos: Der Schweizer Ort war im 19. Jahrhundert ein berühmter Luftkurort für reiche Lungenkranke; heute beherbergt er regelmäßig das Weltwirtschaftsforum und damit die Reichen und Mächtigen des 21. Jahrhunderts. In der NS-Zeit war Davos eine Schweizer Nazi-Hochburg. Porträt eines besonderen Ortes.
5/6/202429 minutes, 49 seconds
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Jazz und Gender - eine schwierige Beziehung

Am 30. April ist Internationaler Tag des Jazz. Er soll laut UNO an die künstlerische Bedeutung des Jazz, seine Wurzeln und seine weltweiten Auswirkungen auf die kulturelle Entwicklung erinnern. Für uns ist das ein Anlass zu fragen: Wo sind die Frauen im Jazz? Berühmte Sängerinnen gibt es viele – man denke etwa an Ella Fitzgerald, Billy Holiday, Nina Simone oder Sarah Vaughan. Sonst aber ist der Jazz zu Mitspielerinnen und Komponistinnen noch weniger gastfreundlich als andere Genres der Musik. Der Kanon, die Standards, sind weitgehend männlich, der weibliche Beitrag wird in der Geschichte meist übergangen. Eine ernüchternde Standortbestimmung und ein hoffungsvoller Ausblick mit Best Practice - Beispielen von neuen Liederalben, neuen Netzwerken und Role Models.
4/30/202430 minutes, 16 seconds
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Salazar und die katholische Kirche

Es war eine der langlebigsten Diktaturen in Westeuropa: der Estado Novo in Portugal. Vor genau 50 jahren wurde dieser "Neue Staat" in einem fast unblutigen Aufstand, in der sogenannten Nelkenrevolution, gestürzt. Zuvor war das Regime knapp fünf Jahrzehnte lang an der Macht gewesen, die meiste Zeit angeführt von Antonio Salazar. Dessen Motto lautete: Deus, Patria, Familia - Gott, Vaterland, Familie. Salazar band die katholische Kirche eng an sich, der Staat bestimmte über Bischofsernennungen und die kirchlichen Institutionen ließen sich gerne gängeln. Welche Rolle hat die katholische Kirche in der Diktatur, aber letztlich auch beim Sturz des Regimes gespielt?
4/29/202429 minutes, 54 seconds
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Familiennachzug: Wiener Schulen unter Druck

Der Familiennachzug bringt die Schulen an ihre Grenzen, besonders in Wien. Viele anerkannte Flüchtlinge holen aktuell ihre Familien nach Österreich nach. Allein in Wien kommen jeden Monat rund 350 schulpflichtige Kinder an. Sie sprechen nicht Deutsch, einige sind nicht alphabetisiert, und sie sind häufig durch Kriegserlebnisse oder lange Aufenthalte in Flüchtlingslagern traumatisiert. Die Situation stellt Schulleiter:innen und Lehrer:innen vor große Herausforderungen. Es fehlen Personal, Zeit und Platz, Containerklassen müssen aufgestellt werden. Die politische Debatte dreht sich derzeit darum, wie man die Verteilung von Asylberechtigten besser regeln könnte. In den Wiener Schulen sind allerdings rasche Lösungen zur Entlastung gefragt. Darüber diskutieren: Heinrich Himmer, Bildungsdirektor für Wien Regina Lottes, Direktorin Mittelschule Rzehakgasse in Wien-Simmering Philippa Wotke, Caritas Wien
4/24/202430 minutes
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Uganda erstickt im Plastikmüll

Plastikmüll und Mikroplastik finden sich mittlerweile auf der ganzen Welt – von der Arktis bis zur Antarktis, auf Gletschern und in tiefen Gewässern. Davon ist auch der Victoriasee in Afrika betroffen. Dieses riesige Binnengewässer wird mehr und mehr zur Kloake und zur Müllabladestätte. Ungeklärte Abwässer aus der ugandischen Hauptstadt Kampala und anderen Siedlungen rund um seine Ufer fließen ins Wasser; und der meiste Müll landet ebenfalls dort - weil die Menschen ihn direkt am Wasser wegwerfen oder weil er aus überlasteten Kanälen hingeschwemmt wird. Dabei sind Millionen Menschen vom Trinkwasser aus dem See und von den Fischbeständen in ihm abhängig. Durch die Plastikvermüllung sterben aber auch viele Fische oder sind ungenießbar, weil sie die Abfälle mit Futter verwechseln. Einzelne Aktivisten versuchen, die Bevölkerung aufzuklären und zu einem anderen Umgang mit ihren Abfällen zu bewegen.
4/23/202429 minutes, 55 seconds
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Feature Nordmazedonien - Wahlen im EU-Wartegleis-Staat

Das kleine Balkanland Nordmazedonien möchte gerne in die EU. Den Status als Beitrittskandidat hat es seit 2005, seit 2022 gibt es offizielle Beitrittsverhandlungen. Um Hindernisse mit dem Nachbarland Griechenland aus dem Weg zu räumen, hat das Land seinerzeit seinen Namen geändert: aus Mazedonien wurde Nord-Mazedonien. Doch abseits dieses Namensstreits spielen weitere historische Spannungen mit Nachbarländern eine Rolle, so etwa mit Bulgarien. Demnächst wird in Nordmazedonien gewählt: Es könnte zu einem Rechtsruck kommen, die EU-skeptischen Nationalkonservativen könnten zulegen und die Sozialdemokraten ablösen.
4/22/202430 minutes, 7 seconds
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Die Todesroute: Massen-Flucht durch den Darién-Dschungel

Hunderte, ja tausende Flüchtlinge versuchen sich jeden Tag durch Zentralamerika durchzuschlagen: Sie wollen vom Süden irgendwie nach Mexiko und dann in die USA kommen. Eine halbe Million Menschen, so wird geschätzt, hat im Vorjahr den Darién-Dschungel durchquert. Dieses unwegsame Gebiet zwischen Kolumbien und Panama gilt als eine der gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Im Darién gibt es keine Straße, aber er ist die einzige Landverbindung von Süd- nach Nordamerika. Beileibe nicht mehr nur Südamerikaner, sondern Menschen aus aller Welt stranden dort. Auf der kolumbianischen Seite des Darién hat sich eine ausgeklügelte Schlepperinfrastruktur herausgebildet; richtige Packages werden dort angeboten, um die oft völlig unzureichend ausgerüsteten Menschen durch Flüsse und über glitschige Dschungelpfade weiterzubringen. Auf der Seite Panamas wird es oft noch härter.
4/17/202429 minutes, 33 seconds
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Was werden wir morgen essen?

Rund 80.000 Mahlzeiten nimmt ein Mensch in einer Industrienation durchschnittlich im Leben zu sich. Das tägliche Essen ist immer auch eine Entscheidung für eine Produktionsmethode. Und da gibt es viele Möglichkeiten: Es geht um "bio, saisonal und regional", um vegetarische oder vegane Ernährung, vor allem aber auch um die riesige Herausforderung, auf einer begrenzten Fläche genügend Nahrungsmittel für die steigende Weltbevölkerung herzustellen. Der Klimawandel bringt Extremwetterereignisse und sinkende Grundwasserspiegel, die Fleischproduktion verursacht einen großen Prozentsatz der Treibhausgase und beansprucht einen Löwenanteil der weltweiten Ackerflächen für sich. Durch industrialisierten Anbau verringert sich die Humusschicht. Und gewaltsame Auseinandersetzungen verschärfen zusätzlich die angespannte globale Versorgungssituation. Darüberhinaus geht es längst um Nahrungs-Alternativen wie "Laborfleisch", Mikroalgen, Insekten. - Sendung vom 17.4.2024
4/17/202429 minutes, 54 seconds
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Jack the Writer: 30 Jahre Prozess gegen Jack Unterweger

Vor fast genau 30 Jahren, am 20. April 1994, begann in Graz ein aufsehenerregender Prozess: Der mutmaßliche Serienfrauenmörder Jack Unterweger stand vor Gericht. Ende Juni wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt - wenige Stunden danach nahm er sich das Leben. Die Mordserie, die spektakuläre Flucht des Verdächtigen in die USA und sein Auftreten in der Öffentlichkeit hatten monatelang die Schlagzeilen beherrscht. Hören Sie einen Rückblick auf diesen Jahrhundertprozess von Astrid Plank:
4/16/202436 minutes, 55 seconds
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Nahost: Angst vor Eskalation

In der Nacht von Samstag auf Sonntag hielt die Welt den Atem an: Erstmals in der Geschichte hat der Iran seinen Erzfeind Israel direkt angegriffen, 300 Geschosse wurden auf Israel abgefeuert. Der Angriff war ein Vergeltungsschlag für den Israel zugeschriebenen Angriff auf ein iranisches Botschaftsgebäude in Damaskus Anfang April, bei dem 7 Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden getötet worden waren. Nahezu alle der iranischen Drohnen und Raketen wurden von Israel und seinen Verbündeten abgefangen, der Iran hat den Angriff für beendet erklärt. Doch vorbei ist die Konfrontation damit noch nicht: Israel hat wiederum Vergeltung angekündigt, noch ist unklar, wann und wie groß der Schlag sein wird. Wie groß ist die Gefahr eines Flächenbrands? Und was würde ein Krieg bedeuten? Darüber diskutieren: Tim Cupal, ORF-Korrespondent in Israel Gudrun Harrer, Nahostexpertin, Journalistin beim „Standard“ Albin Rentenberger, Militärexperte, österreichisches Bundesheer
4/15/202429 minutes, 48 seconds
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Buschfleisch in Europa: Seuchengefahr und Problem für den Artenschutz

Buschfleisch, also das Fleisch von Wildtieren wie Affen, Stachelschweinen oder Schuppentieren, ist in zahlreichen Regionen Afrikas eine wichtige Nahrungsquelle und gilt vielen als Delikatesse. Jedes Jahr gelangen hunderte Tonnen dieses Wildfleisches - oft illegal - vom afrikanischen Kontinent in die EU: im Reisegepäck von Flugpassagieren, aber auch per Post und Luftfracht. Um die Handelswege nachzuzeichnen, muss man verstehen, welche Rolle das so genannte „Bushmeat“ für die Kultur und die Identität vieler Menschen spielt, aber auch, welche Folgen der Handel für die globale Gesundheit und den Artenschutz haben kann. Eine Reportage aus der Demokratischen Republik Kongo, Belgien und Frankreich, die vom Journalismusfonds der EU unterstützt wurde.
4/11/202429 minutes, 48 seconds
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Die ausspionierte Republik

Ein Spionagefall erschüttert Österreich. Vor eineinhalb Wochen ist der ehemalige BVT-Mitarbeiter Egisto Ott in seinem Haus in Kärnten verhaftet worden. Ihm wird Amtsmissbrauch und Spionage zum Nachteil Österreichs vorgeworfen. Fast alle Spuren führen zum ehemaligen Wirecard-Vorstand Jan Marsalek, der für Russland ein Spionagenetz über Westeuropa ausgeworfen haben soll. Österreich scheint darin ebenso verstrickt wie Deutschland, das selbst gerade Skandale in seinem Nachrichtendienst aufzuarbeiten hat. Wie groß ist der erneute Vertrauensverlust Österreichs bei den „befreundeten“ Nachrichtendiensten? Inwieweit sind österreichische Politiker in diese Affäre verwickelt? Und lässt sich die russische Spionage- und Desinformationswalze in Westeuropa überhaupt noch stoppen? Darüber diskutieren: Helmut Müller-Enbergs, Historiker und ehem. Leiter der Spionageabwehr im Verfassungsschutz Berlin Peter Filzmaier, Politikwissenschafter Ulla Kramar-Schmid, Journalistin, ORF
4/10/202429 minutes, 54 seconds
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Plastikmüll: Ist der gelbe Sack das Gelbe vom Ei?

Der Segen von Kunststoffverpackungen - sie sind billig und vielseitig einsetzbar - ist längst zum Fluch geworden. Flüsse, Meeresstrände, die Ozeane sind mit Plastik vermüllt. Die EU möchte dieser Vermüllung und auch Verschwendung von Rohstoffen einen Riegel vorschieben. Die Sammel- und Recyclingquote muss steigen. In Österreich wird Plastik schon jetzt eifrig gesammelt. Das fleißige Zusammenpacken allein ist allerdings noch nicht das Gelbe vom Ei - die Kunststoffe sollen in weiterer Folge auch recyclet, also nicht nur als Brennstoff endverwertet werden. Und das ist nicht so leicht.
4/9/202430 minutes, 5 seconds
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Ruanda: 30 Jahre nach dem Grauen

Anfang April 1994 begann in dem kleinen ostafrikanischen Land Ruanda der Völkermord. Angehörige der Hutu-Mehrheit töteten in nur hundert Tagen über eine Million Menschen, die meisten von ihnen gehörten der Tutsi-Volksgruppe an. Es ist das grausamste Menschenrechtsverbrechen der jüngeren Geschichte. Drei Jahrzehnte später ist Ruanda ein aufsteigendes Land. Vor allem die Hauptstadt Kigali, die einst komplett zerstört war, ist heute eine boomende Metropole mit modernen Bürogebäuden und großen Konferenzzentren. Tourist:innen kommen nach Ruanda, um Safaris zu unternehmen und die seltenen Berggorillas zu sehen. Doch noch immer spielt in der ruandischen Gesellschaft der Genozid eine große Rolle. Viele wissen bis heute nicht, wo ihre Verwandten umgekommen sind und verscharrt wurden. Viele Mörder sind auch heute noch auf freiem Fuß, verstecken sich in den Nachbarländern und destabilisieren damit die gesamte Region. Und auch heute noch werden in Ruanda immer wieder neue Massengräber entdec
4/8/202429 minutes, 56 seconds
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Die Kinder von Izieu

Es ist genau 80 Jahre her, dass 44 Kinder und sieben Erwachsene im Kinderheim in Izieu bei Lyon festgenommen, deportiert und schließlich in Auschwitz ermordet wurden. Auch sieben Kinder aus Österreich waren darunter, sie waren mit ihren Familien nach dem Anschluss im März 1938 nach Frankreich geflüchtet. Vor ihrer Deportation verbrachten die jüdischen Kinder, deren Eltern bald in Lagern eingesperrt oder umgebracht worden waren, einige Monate in dem idyllisch gelegenen Kinderheim. Sie zeichneten, spielten und erlebten – soweit es möglich war – unbeschwerte Tage; bis der „Schlächter von Lyon“, Gestapo-Chef Klaus Barbie, die Kinder und Betreuer:innen nur wenige Monate vor der Kapitulation der deutschen Truppen in Frankreich in einer brutalen Razzia am 6. April 1944 abholen ließ. Die Kinder von Izieu haben im kollektiven Gedächtnis in Frankreich einen wichtigen Platz eingenommen. In Österreich ist das Schicksal der sieben Kinder aus Wien weitgehend unbekannt. - Sendung vom 3.4.2024
4/3/202429 minutes, 52 seconds
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Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Aufwind für die Hanfpflanze

In Deutschland ist der Konsum von Marihuana und Haschisch ab dem 1. April erlaubt. Die Ampelregierung hat ihr Gesetz zur teilweisen Legalisierung von Cannabis gegen alle Widerstände durchgesetzt. Was in der politischen Diskussion rund ums Kiffen untergeht: Hanf oder Cannabis sativa ist weit mehr als nur ein Rauschmittel. Die Kulturpflanze begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden zu ganz unterschiedlichen Zwecken – und macht das auch heute. Cannabis-Arzneien aus den Blüten lindern Schmerzen. Aus Hanfsamen wird Proteinpulver für vegane Nahrungsmittel gewonnen. Die Fasern eignen sich als Rohstoff für das klimaschonende Bauen, für schadstoffarme Textilien und Formpressteile in der Autoindustrie. Einige Wissenschafter:innen trauen dem Hanf gar eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Artensterben und Erderwärmung zu. Sie hoffen auf eine Zeitenwende für den vielseitigen Rohstoff.
4/2/202429 minutes, 39 seconds
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Die verschwundenen Kinder von Kenia

Es liegen kaum Statistiken vor, aber NGOs gehen davon aus, dass pro Jahr in Kenia ca. 6000 Kinder verschwinden. Zum einen werden Kinder auf der Straße entführt, zum anderen werden Neugeborene, die aus Krankenhäusern eigentlich in Kinderheime gebracht werden sollen, an kinderlose Paare verkauft. Dahinter stecken kriminelle Netzwerke. Nach einer BBC-Dokumentation aus dem Jahr 2020 hat sich die Arbeit der Behörden etwas verbessert; es gab auch Verurteilungen. Doch eine nachhaltige Lösung des Problems ist nach wie vor nicht in Sicht. Die Zivilgesellschaft springt ein, etwa die NGO Missing Children Kenya, die auf eigene Faust nach den verschwundenen Kindern sucht und von einem pensionierten Kriminalbeamten aus Deutschland unterstützt wird.
3/28/202424 minutes, 47 seconds
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Werden unsere Kinder immer krimineller?

Eine von Teenagern missbrauchte Zwölfjährige, Messerstechereien von Jugendbanden in Wien, steigende Gewalt an den Schulen, eine eigens gegründete Polizei-Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Jugendkriminalität : Es entsteht der Eindruck, dass immer mehr Minderjährige kriminell werden. Tatsächlich hat sich die Zahl der wegen einer Straftat angezeigten Kinder in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt. Über 10.000 Tatverdächtige waren 2022 nicht einmal 14 Jahre alt. Auch bei den Jugendlichen haben die Strafanzeigen um ein Drittel zugenommen. Übermäßiger Internetkonsum, Aggressionen, schwierige Familiensituationen, fehlende Lebensperspektiven, aber auch eine höhere Aufklärungsrate der Polizei lassen die Zahlen in der Kriminalstatistik hochschnellen. Um diesen schockierenden Trend zu stoppen, fordern Expertinnen und Experten mehr Sozialarbeit, psychologische Betreuung und vor allem mehr Bildung, damit aus den Problemen der Kinder kein Sicherheitsproblem für die Gesellschaft wird.
3/27/202429 minutes, 52 seconds
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Leihmutterschaft: Hochumstrittener Weg zum Wunschkind

Menschen wie Elton John, Sarah Jessica Parker, Nicole Kidman oder Cristiano Ronaldo haben sich ihren Kinderwunsch mittels Leihmutter erfüllt. Für die einen ist es Glück, mithilfe einer Frau, die ein ihr fremdes Kind austrägt, Eltern zu werden; andere sprechen von Menschenhandel und Ausbeutung. Denn Leihmütter handeln manchmal aus purem Altruismus, viel öfter aber aus wirtschaftlicher Not, oft sind es Frauen aus ganz armen Verhältnissen, die durch die drastische Vorgangsweise einer Schwangerschaft für andere ihr Familieneinkommen aufbessern. In Österreich ist Leihmutterschaft ohnehin verboten. Doch wer sich im Ausland ein Kind quasi bestellt, ist meist auf der rechtlich sicheren Seite und kann mit dem Baby dann als frischgebackene Mutter oder Vater nach Österreich zurückkehren.
3/26/202429 minutes, 59 seconds
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Klartext: Die Strahlkraft der KPÖ

Nach Graz und der Steiermark hat die KPÖ auch in der Stadt Salzburg Fuß gefasst und zuletzt enorm viel Wähler:innenzuspruch erhalten, bis hin zum Rennen um den Bürgermeistersessel. Warum geben so viele auch nicht radikal links gesinnte Menschen den Kommunisten ihre Stimme? Und warum will sich die Partei vom umstrittenen Namen nicht verabschieden? Darüber diskutieren: Claudia Klimt-Weithaler, KPÖ, Klubobfrau im steirischen Landtag Helmut Konrad, Historiker, Uni Graz Herbert Lackner, Journalist Oliver Pink, Die Presse
3/25/202429 minutes, 53 seconds
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Rumäniens Zeitreise in die Gegenwart

Seit Russlands Angriff auf die Ukraine hat sich nicht nur Rumäniens strategische und wirtschaftliche Rolle in der Schwarzmeer-Region verändert. Der Krieg im postsowjetischen Raum ruft auch die Erinnerung an die eigene Vergangenheit wach. Denn die Revolution gegen die kommunistische Diktatur, infolge derer über 1.000 Menschen ums Leben kamen, ist längst nicht aufgearbeitet. Der seit 2019 auf Drängen des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte geführte Prozess gegen Ceau?escu-Nachfolger Ion Iliescu droht im Sand zu verlaufen. Auch zwei Tatverdächtige im Zusammenhang mit der Ermordung eines Dissidenten 1985 wurden unlängst freigesprochen. Die Aktivitäten pro-russischer Einflussnehmer sind spürbar, das Vertrauen in die Europäische Union ist Umfragen zufolge gesunken, der Demokratisierungsprozess verläuft schleppend. Zugleich hat sich ein ziviler Widerstand gegen nationalpopulistische und anti-europäische Rhetorik entwickelt.
3/20/202429 minutes, 43 seconds
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Der Konflikt zwischen Eritreern im Exil

Eritrea gilt als Nordkorea Afrikas: Die Bürger müssen unbegrenzt Militär- und Nationaldienst leisten, Dissidenten sitzen im Gefängnis, ein Viertel der Bevölkerung ist geflohen - vor allem nach Deutschland und in die Schweiz, nach Schweden und Kanada. Hier stoßen die Geflüchteten auf Anhänger der Regierung. Die kämpften vor über 30 Jahren für die Unabhängigkeit Eritreas von Äthiopien und unterstützen bis heute den Alleinherrscher Isaias Afewerki. Auf Veranstaltungen im Gewand von "Kulturfestivals" machen sie Propaganda für die Diktatur. Die dadurch provozierte Wut der vor Afewerki Geflohenen entlädt sich in blinder Gewalt und brutalen Straßenschlachten - in Toronto, Tel Aviv, Den Haag und insbesondere Deutschland. Wie denken die Gegner in diesem importierten Konflikt? Was treibt sie an? Wie reagieren Politik und Behörden in Deutschland? - Sendung vom 19.3.2024
3/19/202429 minutes, 58 seconds
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Wladimir Putin: Eiskalter Autokrat und Kriegsherr

Seit fast einem Vierteljahrhundert ist Wladimir Putin in Russland an der Macht, durch seinen neuerlichen Wahlsieg sitzt er fester denn je im Sattel. Dank einer Verfassungsänderung kann der heute 71-Jährige bis 2036 am Ruder bleiben. Der KGB-Mann, der sich gerne mit Zar Peter dem Großen vergleicht, ist im Laufe der Jahrzehnte immer rücksichtsloser und härter beim Durchsetzen der russischen Großmachtinteressen geworden. Diese haben im Krieg gegen die Ukraine ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden. Kritik und Opposition im Land werden seit dem Krieg noch härter bekämpft, Repressionen und Willkür sind an der Tagesordnung. Auch die öffentliche Meinung und das Wahlverhalten in anderen Ländern versucht Moskau zu steuern, etwa durch Propaganda und Fake-News-Kampagnen. Der Kalte Krieg und die Feindschaft zum Westen, insbesondere zu den USA, haben Putin geprägt. Wir zeichnen Putins Weg zur Macht, den Wandel von seinen frühen Jahren bis hin zu seiner Quasi-Alleinherrschaft im Kreml nach.
3/18/202429 minutes, 52 seconds
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Russland hat keine Wahl

Auch Russland wählt im Superwahljahr 2024: Von 15.-17. März können rund 110 Millionen Wählerinnen und Wähler für ihren Kandidaten abstimmen. Es ist eine Scheinwahl: Außer dem Amtsinhaber Wladimir Putin, der die Macht im Land seit fast einem Vierteljahrhundert innehat, treten noch drei chancenlose Pro-Forma-Kandidaten an; zwei Gegner des Ukraine-Kriegs, Jekaterina Dunzowa und Boris Nadezdin, wurden erst gar nicht zur Wahl zugelassen und die Galionsfigur der russischen Opposition, Alexej Nawalny, ist Mitte Februar in einem Straflager zu Tode gekommen - auch das ein schwerer Schlag für politisch Andersdenkende. Massive Manipulationen und Fälschungen werden bei der "Wahl" ebenso erwartet wie ein Rekordergebnis für Wladimir Putin; Beobachter rechnen damit, dass der Kreml das Ergebnis festlegen wird und dass es bei 80% oder mehr liegen wird. Doch wie groß ist die Unterstützung für Putin in Russland wirklich? Und washat Putin in seiner nächsten Amtszeit noch vor?
3/14/202436 minutes, 44 seconds
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Deutschland als Reiseziel der Österreicher:innen

Vorige Woche fand in Berlin die weltgrößte Tourismusmesse, die ITB, statt. Wie immer war auch Österreich mit einem großen Stand dort vertreten. Denn immerhin ist Deutschland der mit Abstand größte Reisemarkt für die heimischen Touristiker:innen. Im abgelaufenen Reisejahr verbrachten 14 Millionen Deutsche ihren Urlaub in Österreich. Was nicht so bekannt ist: Auch umgekehrt ist es so. Deutschland ist also auch bei österreichischen Reisenden die beliebteste Urlaubsdestination und wird noch öfter besucht als Italien und Kroatien. Mit knapp vier Millionen Nächtigungen liegt Österreich auf Platz fünf aller Besuchernationen in Deutschland. Nicht nur Städtereisen nach Berlin, München oder Hamburg liegen dabei im Trend. - Sendung vom 13.3.2024
3/13/202429 minutes, 36 seconds
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Kanada: Verbrechen an Indigenen

Kanada gilt uns ja häufig als die besseren USA - was Lebensstil, politisches System und seinen Umgang mit Menschen betrifft. Aber auch Kanada hat seine dunklen Kapitel - vor allem im Zusammenhang mit der eigenen indigenen Bevölkerung. Die First Nations, wie sie sich heute nennen, wurden lange unterdrückt, man hat versucht, sie umzuerziehen und umzumodeln, ihnen einen weißen Lebensstil aufzuzwingen; Kinder wurden in Heime zwangsverfrachtet und dort miserabel behandelt, viele bis zum Tod gequält. Und: Tausende indigene Frauen sind gegen ihren Willen sterilisiert worden. Schockierenderweise wurde das noch bis vor wenigen Jahren praktiziert, Menschenrechte und Gesetze hin oder hier. Eine Senatorin kämpft nun dafür, Zwangssterilisation im kanadischen Strafgesetzbuch als Straftat zu definieren und die Frauen zu entschädigen.
3/12/202429 minutes, 41 seconds
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Was bringt die Bürgermeisterwahl in Salzburg?

Am Sonntag haben die 119 Salzburger Gemeinden neue Bürgermeister:innen und Gemeindevertretungen gewählt. In der Landeshauptstadt Salzburg kam es zum erwarteten Ergebnis: Der Spitzenkandidat der KPÖ Plus, Kay-Michael Dankl, mischt nun ganz vorne mit, er wird in zwei Wochen in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt gehen. Wie kann das sein, dass in einer Stadt wie Salzburg Kommunisten so stark abschneiden? Was sagt das über die Stimmung in der Bevölkerung aus und welche Rückschlüsse lässt das für die folgenden Wahlgänge in diesem Super-Wahljahr zu? Darüber diskutieren: Lore Hayek, Politologin, Uni Innsbruck Michael Jungwirth, Kleine Zeitung Andreas Koller, Salzburger Nachrichten - Sendung vom 11.3.2024
3/11/202429 minutes, 55 seconds
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Super Tuesday: Der Countdown zur US-Präsidentenwahl läuft

3/6/202430 minutes, 2 seconds
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Deutschland: Parteienlandschaft im Wandel

In ganz Europa ändern sich die Parteiensysteme, stark spürbar ist das auch in Deutschland. Vor knapp zwei Monaten hat sich hier das Bündnis Sahra Wagenknecht - kurz BSW - gegründet. Es ist eine Abspaltung von der Partei „Die Linke“, die nun stark geschwächt ist. Sahra Wagenknecht steht ökonomisch und sozialpolitisch links, in Fragen der Migration oder Klimakrise vertritt sie allerdings konservative bis rechte Positionen und könnte somit auch andere Wählergruppen ansprechen als urbane und liberale. Dass die politische Mitte immer mehr ausgedünnt wird und traditionelle Parteien auch in Deutschland an Attraktivität verlieren, liegt an einer allgemeinen Unzufriedenheit - verursacht durch düstere Wirtschaftsaussichten, Ampel-Streit, Ukraine-Krieg und Klimakrise. Heuer stehen wichtige Wahlen auf EU-Ebene und in drei ostdeutschen Bundesländern an. Dort soll auch das BSW am meisten Stimmenpotential haben und zur größten politischen Konkurrentin der AfD werden. - Sendung vom 5.3.2024
3/5/202429 minutes, 54 seconds
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Bretagne: Kritik am Agrobiusiness kann gefährlich sein

3/4/202429 minutes, 57 seconds
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Österreich: Land der Frauenmorde?

Klartext-Diskussion zur Häufung von Morden an Frauen in Österreich.
2/28/202429 minutes, 54 seconds
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Muslime in Spanien

Vor 20 Jahren, am 11. März 2004, explodierten in vier voll besetzten Madrider Vorortezügen zehn Sprengsätze. Beim schwersten Attentat in der Geschichte Spaniens, von islamistischen Terroristen verübt, starben fast 200 Menschen. Ein Jahr später lief der Dialog über die Schwierigkeiten der viel beschworenen „Convivencia“, des Zusammenlebens der unterschiedlichen Kulturen, wieder an. Die Iberische Halbinsel stand fast 800 Jahre lang unter muslimischem Einfluss – eine Epoche, der Spanien Baudenkmäler wie die Moschee von Córdoba oder die Alhambra in Granada verdankt. „Al-Andalus“ gilt als ein historisches Beispiel, wie Muslim:innen, Christ:innen sowie Juden und Jüdinnen friedlich Seite an Seite leben können. Heute bilden Musliminnen und Muslime in Spanien nur noch eine Minderheit. Wer sind sie und wie ist es um ihre Integration bestellt? - Sendung vom 27.2.2024
2/27/202429 minutes, 56 seconds
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IT-Yuppies in Bulgarien auf dem Vormarsch

In vielen Wirtschaftsbereichen stellt Bulgarien innerhalb der EU das Schlusslicht dar. Doch bei der Software-Entwicklung ist das südosteuropäische Land vorne mit dabei. Und IT-Expertinnen und -experten wollen auch in Gesellschaft und Politik stärker mitmischen.
2/22/202430 minutes
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Tschechen und Slowaken - Beste Freunde für immer?

Als leuchtendes Beispiel gilt die ehemalige Tschechoslowakei bis heute – bei Separatisten aus aller Welt: So wie sie die Aufspaltung eines gemeinsamen Staatsgebildes in zwei unabhängige Länder geschafft hat, steht sie historisch weitgehend alleine da. Kein Krieg, kaum Streit, nicht einmal böses Blut, ganz im Gegenteil: Bis heute sind einander Tschechinnen, Tschechen und Slowaken, Slowakinnen freundschaftlich verbunden. Und auch wenn sie in der Politik gerade gegensätzliche Wege gehen, erlebt das Verbindende in beiden Ländern derzeit eine kleine Renaissance. Studierende dürfen ohne Einschränkungen im Nachbarland an die Universität, Fernsehsender machen gemeinsame Shows und in der Grenzregion sind allenfalls die unterschiedlichen Währungen eine kleine Barriere. Wie gelingt das eigentlich? - Sendung vom 21.2.2024
2/21/202429 minutes, 54 seconds
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Wie geht es den ukrainischen Flüchtlingen in Österreich?

Rund sechs Millionen Menschen sind seit dem 24. Februar 2022 aus der Ukraine ins Ausland geflüchtet. In EU-Ländern sind mehr als vier Millionen solcher Flüchtlinge registriert, in Österreich sind es rund 70.000. Den Schutzstatus als Kriegsvertriebene haben sie bis zum März 2025; was danach passiert, ist noch unklar. Diese Ungewissheit ist einer der Gründe dafür, dass viele Ukrainerinnen und Ukrainer noch keine Arbeit gesucht oder gefunden haben, denn auch Arbeitgeber wollen oft nicht in Menschen investieren, die vielleicht gar nicht bleiben können. Und die ukrainische Regierung möchte möglichst viele Landsleute zu einer Rückkehr bewegen, um Wirtschaft und Abwehrkampf am Laufen zu halten. Doch die meisten Flüchtlinge wollen - zumindest vorerst - in Österreich bleiben und ihren Kindern eine gute Ausbildung in einem sicheren Land ermöglichen.
2/20/202430 minutes, 7 seconds
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Journal Panorama-Klartext: Russland nach dem Tod von Alexej Nawalny

Der plötzliche Tod des russischen Kreml-Gegners Alexej Nawalny hat internationales Entsetzen und öffentliche Anteilnahme ausgelöst. Was bedeutet Nawalnys Tod - einen Monat vor der russischen Präsidentschaftswahl - für die ohnehin dezimierte Opposition? Wird sich die Empörung des Westens in einer stärkeren Unterstützung der Ukraine niederschlagen? Es diskutieren unter der Leitung von Paul Krisai: Lisa Gaufmann, Politikwissenschafterin, Uni Groningen Wolfgang Mueller, Professor für Russische Geschichte, Uni Wien Niki Waltl, Kameramann des Oscar-prämierten Dok.filmes "Navalny" Carola Schneider, ORF Moskau
2/19/202429 minutes, 59 seconds
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Mit 60 ist nicht mehr Schluss - Das Frauenpensionsalter steigt

Seit heuer müssen Frauen länger arbeiten. Galt bisher, dass Frauen mit 60 in Pension gingen – viele taten das schon früher - wird ihr Pensionsantrittsalter nun stufenweise bis 2033 an das der Männer angeglichen. Die ersten, die die Anhebung betrifft, sind Frauen, die im ersten Halbjahr 1964 geboren sind, sie müssen ein halbes Jahr länger arbeiten. Für Frauen, die im 2. Halbjahr 1964 geboren wurden, verlängert sich die Arbeitszeit um ein Jahr, usw. Für Frauen mit Geburtsdatum ab Juli 1968 gilt dann das Regelpensionsalter von 65 Jahren. Zwar wurde die Umstellung bereits vor gut 30 Jahren beschlossen, dennoch sei der Arbeitsmarkt nicht gut auf ältere Arbeitnehmerinnen vorbereitet, finden einige. Was müssen also Betriebe tun, damit Frauen länger arbeiten können? Was bedeutet es für die Frauen selbst, länger zu arbeiten? Und ist mit der Anhebung des Frauenantrittsalters das Pensionssystem gerettet? - Sendung vom 15.2.2024
2/15/202429 minutes, 59 seconds
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Zwei Jahre Ukraine-Krieg: Die Gas-Frage bleibt ungelöst

Nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine wollte man möglichst schnell aus dem russischen Gas aussteigen. Manche europäische Länder haben das auch geschafft. Doch Österreich hat im Dezember seinen Gasbedarf wieder zu 98 Prozent mit den Lieferungen aus Russland gedeckt. Energie- und Umweltministerin Leonore Gewessler von den Grünen will das so nicht hinnehmen und möchte einen Ausstieg aus den Lieferverträgen mit Russland bis 2028, nötigenfalls per Gesetzesbeschluss. Doch das klingt einfacher als es ist. In der Öffentlichkeit sind die Einzelheiten des OMV-Vertrages mit Gazprom nach wie vor nicht bekannt, er wird jedenfalls als Knebelvertrag bezeichnet. Kann Österreich den Vertrag überhaupt kündigen? Und was würde ein Ausstieg für die Preise bedeuten? Darüber diskutieren: Johannes Benigni, Energieexperte Carola Millgramm, Leiterin der Abteilung Gas bei der E-Control Johannes Schmidt, Dozent am Institut für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, BOKU - Sendung vom 14.2.2024
2/14/202429 minutes, 53 seconds
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Deutschland und die Bundeswehr: Personal gesucht

Der deutsche Kanzler Olaf Scholz hat in seiner Rede zur "Zeitenwende" vor zwei Jahren 100 Milliarden extra für die Bundeswehr versprochen. Doch um richtig aufzurüsten, braucht es nicht nur Material, sondern auch Personal. Und davon hat die Bundeswehr aktuell nicht genug. Junge sind verzweifelt gesucht. Eine Reportage von Kilian Neuwert (ARD).
2/12/202429 minutes, 17 seconds
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Journal Panorama-Klartext zur EU-Landwirtschaft / Benedict Feichtner

In ganz Europa demonstrieren Bauern, manchmal gewalttätig. Was steckt hinter den Protesten, und was läuft falsch in der europäischen Landwirtschaftspolitik? Benedict Feichtner diskutiert mit drei Europa-Parlamentariern: mit Thomas Waitz, Die Grünen, aus Österreich; mit Herbert Dorfmann, Südtirol, von der EVP; und mit der deutschen SPE-Abgeordneten Maria Noichl.
2/8/202429 minutes, 46 seconds
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Pakistan vor der Wahl

130 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Pakistan ist Atomstaat und Demokratie - allerdings eine wackelige. Das Militär besitzt große Macht.
2/7/202430 minutes, 11 seconds
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Die Türkei ein Jahr nach dem großen Beben

Genau ein Jahr ist seit den verheerenden Erdbeben in der Südosttürkei und in Syrien vergangen. Am 6. Februar 2023 haben zwei Beben fast 60.000 Menschen getötet, hunderttausende Häuser zerstört oder schwer beschädigt, und alleine in der betroffenen Region in der Türkei haben rund dreieinhalb Millionen Menschen die Region zumindest vorübergehend verlassen müssen. Im gesamten betroffenen Gebiet wurden Zeltstädte errichtet, die jetzt immer mehr Containersiedlungen weichen. Der Abriss von Häusern und der Abtransport des Schutts sind immer noch nicht abgeschlossen und bringen Probleme mit sich. Der Wiederaufbau verläuft viel langsamer als von der Regierung versprochen. Die Bebenopfer leben zwischen Verzweiflung und Hoffnung. - Sendung vom 6.2.2024
2/6/202429 minutes, 45 seconds
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Das schmutzige Geschäft mit dem Zuchtlachs

Zuchtlachs ist ein profitables Geschäft. Überall auf der Welt wird gerne Lachs gegessen. Mit dem Wildlachs hat der Zuchtfisch oft nicht viel zu tun - er wächst viel schneller, ist weniger muskulös, dafür aber häufig krank oder von Schädlingen befallen. In Island, vor dessen Küsten ein norwegisches Unternehmen Zuchtlachs produziert, befürchtet man überdies, dass der gemästete Fisch den heimischen Wildlachs zum Aussterben bringen könnte. Denn einzelne Expemplare entkommen immer wieder aus den Aquafirmen; wenn sie sich mit Wildlachs kreuzen, wäre das fatal für dessen Gene.
2/5/202430 minutes, 34 seconds
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Das Regime als Drogen-Produzent: Syrien und das Captagon

Captagon wurde einst als Medikament gegen ADHS eingesetzt; wegen schwerer Nebenwirkungen und Suchtgefahr ist es schon seit den 1980er Jahren verboten. Doch mittlerweile ist ein boomender Schwarzmarkt dafür entstanden. Zollfahnder entdecken Captagon-Tabletten oft in riesigen Mengen, versteckt zum Beispiel in Autoreifen oder Zwiebelkisten. Knapp 50 Milliarden US-Dollar werden mit Captagon pro Jahr umgesetzt, so die Vermutungen - möglicherweise mehr, als mexikanische Kartelle mit dem Handel von Kokain verdienen. Einer der großen Profiteure scheint dabei das syrische Regime zu sein. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass der Assad-Clan mit dem Drogenhandel seine Macht sichert. Hauptabsatzmarkt für das aufputschende Mittel mit hohem Suchtfaktor sind derzeit noch die arabischen Golfstaaten. Aber auch die Nachbarländer Syriens werden immer mehr von der Droge überschwemmt.
2/1/202429 minutes, 54 seconds
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Bandenkriminalität in Schweden

In den meisten europäischen Ländern sinkt die Mordrate. Anders in Schweden. Dort explodieren Bomben, liefern sich Gangs Kämpfe in den Straßen vor allem südschwedischer Städte. Allein im September 2023 starben elf Menschen bei Schießereien. Darunter befand sich ein 13-Jähriger. Viele Täter sind ebenfalls fast noch Kinder. Wie sind die erbitterten Bandenkriege zu erklären? Die einen beschuldigen Migranten und rufen nach Aufrüstung der Sicherheitskräfte. Die anderen machen den Staat verantwortlich. Die Gewalteskalation spaltet Schweden. - Sendung vom 30.1.2024
1/30/202429 minutes, 54 seconds
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Alarm in Uganda: Schrecklich wenig Heuschrecken

Was in der Bibel als Plage beschrieben wurde, ist in Uganda ein Segen: die gigantischen Heuschreckenschwärme, die jedes Jahr in Ostafrika gesichtet werden. Denn gerupft, in Zwiebeln und Tomatenmark frittiert, werden diese proteinreichen Insekten als salziger Snack vernascht. Doch dieses Jahr ist noch kein einziger Schwarm gesichtet worden. Wissenschafter erforschen, warum die Heuschrecken ausbleiben und schlagen Alarm. Der Klimawandel, Umweltzerstörung – all das sind Faktoren, die die Brutgebiete der Heuschrecken entlang des Nils oder der Ufer des Victoriasees in Ostafrika beeinträchtigen. Für viele Heuschreckenfarmer in Uganda ist das eine wirtschaftliche Katastrophe.
1/29/202429 minutes, 48 seconds
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Frankreich: Gesellschaft auf der Kippe

Mitte November wurde ein 16jähriger Franzose auf einem Dorffest in der südostfranzösischen Provinz von einer Jugendbande niedergestochen und starb. Zwölf weitere Jugendliche wurden verletzt. Die Bluttat erschüttert Frankreich bis heute und schlägt auch politisch hohe Wellen. Während Bürgerliche die Verrohung und Dezivilisierung der Gesellschaft beklagen, spricht die Rechte über „anti-weißen Rassismus“ und „Frankozid“; arabisch-stämmige Jugendliche hätten in dem Dorf Jagd auf „weiße“ Franzosen gemacht. Manche Linke wiederum empören sich mehr über die rassistische Instrumentalisierung der Tat als über das Verbrechen selbst. Dieses sei eine aus dem Ruder gelaufene Schlägerei, nicht mehr und nicht weniger. Die Polizei untersucht die Tat noch; doch die politischen Fronten scheinen verhärtet. Der Regierungssprecher warnte bereits vor einem Kippen der Gesellschaft.
1/25/202429 minutes, 47 seconds
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Gaza-Krieg: Wie geht es weiter?

Die internationale Solidarität nach den grausamen Terroranschlägen der Hamas gegen israelische Zivilisten am 7.Oktober war groß; doch im vierten Monat des Kriegs gegen die Hamas im Gaza-Streifen scheint sich die israelische Regierung immer mehr zu isolieren. Auch die Verbündeten, wie etwa USA und EU, kritisieren die Regierung unter Ministerpräsident Netanjahu heftig: Im Krieg werde zu wenig Rücksicht auf die Zivilbevölkerung genommen, die humanitäre Lage im Gazastreifen sei katastrophal. Zudem drängt die internationale Gemeinschaft Israel zu einer Zweistaatenlösung, was die Regierung weiter vehement ablehnt. Wie kann es weitergehen? Wie lange wird sich Israel dem internationalen Druck widersetzenl? Kann es irgendwann doch Frieden im Nahen Osten geben? Darüber diskutieren: Moritz Ehrmann, Friedensmediator, Austrian Center for Peace Reinhard Heinisch, Politologe und USA-Experte, Universität Salzburg Maria Sterkl, Journalistin in Israel
1/24/202434 minutes, 35 seconds
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Gefahr im Glas: Was tun gegen K.O.-Mittel?

Seit einigen Jahren steigen die Straftaten mit K.O.-Mitteln stark an. Meist männliche Täter mischen meist weiblichen Opfern unbemerkt Substanzen ins Getränk oder Essen, um sie so – je nach Mittel – bewusstlos, willenlos oder regungslos und damit wehrlos zu machen. Oft werden die Betroffenen in weiterer Folge ausgeraubt oder vergewaltigt. Und selbst, wenn nicht: Der Vorfall verfolgt sie ein Leben lang. Die Dunkelziffer ist bei diesen Straftaten sehr hoch. Die Mittel lassen sich im Körper nur kurz nachweisen, durch starke körperliche Nebenwirkungen fühlen sich Betroffene nach dem Aufwachen oft gar nicht in der Lage, zur Polizei oder ins Spital zu gehen. Und schließlich plagt sie oft auch noch ein Schamgefühl, das sie daran hindert, überhaupt jemandem davon zu erzählen. Erinnerungen an die Stunden der Betäubung gibt es in der Regel keine, was die Sache nochmals erschwert. - Sendung vom 23.1.2024
1/23/202429 minutes, 56 seconds
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Lieferketten: Sauber bis zum Ursprung?

Kinderarbeit in Westafrika, Zwangsarbeit in Kambodscha, Dammbrüche in Brasilien und verschmutzte Flüsse in Marokko: Wo große Unternehmen produzieren lassen, bleiben mitunter Menschenrechte und Umweltschutz auf der Strecke. Die EU hat sich den Green Deal an ihre Fahnen geheftet. Sie will, dass die Lieferketten, die von den Produzenten zu den Unternehmen nach Europa führen, sauber sind. Deshalb soll noch in diesem Jahr ein Lieferkettengesetz beschlossen werden, eine Richtlinie, die alle EU-Mitgliedstaaten umzusetzen haben. Ein großer Fortschritt in Sachen Menschenrechte und Umweltschutz, loben viele NGOs. Wirtschaft und Industrie hingegen klagen über den enormen Bürokratie-Aufwand, der mit der Einhaltung des neuen Gesetzes verbunden sein wird. - Sendung vom 22.1.2024
1/22/202429 minutes, 55 seconds
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Brasilien: Der wahre Preis des Eisens

Brasilien zählt zu den größten Eisenproduzenten weltweit. Die sozialen und ökologischen Kosten jedoch sind hoch. Der Bruch eines Damms bei Brumadinho im Januar 2019 mit 272 Toten hat das in tragischer Weise vor Augen geführt. Der verantwortliche Konzern nutzte das Unglück, tausende unterhalb anderer Dämme lebende Menschen aus ihren Dörfern zu vertreiben. In einer ökologisch hochsensiblen Region versucht der Bergbaukonzern Vale seit Jahren, das wohl größte Eisenerzprojekt der Welt durchzusetzen. Riesige Grundwasserspeicher und die Wasserversorgung der Millionenstadt Belo Horizonte wären bedroht. Denn um das Eisenerz möglichst ressourcenschonend zu verarbeiten, werden riesige Eukalyptuswälder benötigt, deren Holz zu Holzkohle gebrannt wird. Die Eukalyptusplantagen aber brauchen viel Wasser und rauben vielen Bauern das Wasser für ihre Landwirtschaft.
1/18/202429 minutes, 50 seconds
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Kulturhauptstadt 2024 - Was bringt das dem Salzkammergut?

Am Wochenende wird das Kulturhauptstadtjahr 2024 in Bad Ischl feierlich eröffnet, unter anderem mit einem 1000stimmigen Jodler. Nach Graz 2003 und Linz 2009 ist es das dritte Mal, dass Österreich Schauplatz dieses Jahresevents ist; auch Bodø in Norwegen und das estnische Tartu dürfen sich heuer „Europäische Kulturhauptstadt“ nennen. Die 23 Gemeinden des Salzkammerguts werden das ganze Jahr lang ein vielfältiges Programm präsentieren, über 300 Veranstaltungen und Projekte sind geplant. Oberstes Ziel ist es laut Intendantin Elisabeth Schweeger, den ländlichen Raum als Zukunftsraum zu positionieren. Was erwartet sich das Salzkammergut vom Kulturhauptstadtjahr? Wie sinnvoll ist es in einer Region, in der Orte wie Hallstatt auch so schon unter Massentourismus stöhnen? Wie gut konnte man die Bevölkerung mitnehmen? Und was soll unter dem Strich von dem Riesenevent übrigbleiben? - Sendung vom 17.1.2023
1/17/202429 minutes, 54 seconds
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Kosovo: Reise durch ein (un)abhängiges Land

Der Kosovo ist seit 2008 unabhängig, allerdings vom Nachbarland Serbien nicht anerkannt. Denn Belgrad übt nach wie vor großen Einfluss auf die serbische Minderheit im Kosovo aus; diese lebt vor allem im Norden des Landes, in der geteilten Stadt Mitrovica, aber nicht nur dort. Serbien pocht auf Minderheitenrechte, die Regierung des mehrheitlich albanischen Kosovo verweist auf die vielen Sonderrechte, die die serbische Bevölkerung jetzt schon hat: Schulen und Gesundheitsversorgung etwa werden von Serbien bezahlt und auch organisiert. Das heißt unter anderem: Kosovo-serbische Kinder lernen in der Schule, dass sie eigentlich gar nicht in einem unabhängigen Kosovo leben – sondern nach wie vor in der serbischen Provinz Kosovo. So verfestigt sich der Konflikt, der in der letzten Zeit auch Unruhen und blutige Krawalle ausgelöst hat.
1/16/202429 minutes, 54 seconds
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China und Taiwan: Wie geht es weiter?

Taiwan hat gewählt und der Favorit hat gewonnen: Mit William Lai von der Demokratischen Fortschrittspartei DPP ist ein Unabhängigkeitsbefürworter zum neuen Präsidenten gewählt worden. Pekings Reaktion folgte sogleich: Das Wahlergebnis werde die Wiedervereinigung nicht verhindern, China werde keine separatistischen Aktivitäten auf der Insel dulden. Aus der gleichzeitig abgehaltenen Parlamentswahl ging die DPP jedoch geschwächt hervor; Lai wird in vielen Fragen auf die Opposition zugehen und Kompromisse eingehen müssen. Der Konflikt um Taiwan hat weltpolitische Bedeutung. Wie wird China reagieren, werden sich die Spannungen weiter erhöhen? Ist gar ein Krieg möglich? Und wie werden sich die USA verhalten? Darüber diskutieren: Josef Braml, Politologe, Transatlantik-Experte Josef Dollinger, China-Korrespondent des ORF Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Sinologin, Politikwissenschafterin
1/15/202429 minutes, 55 seconds
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Verhütung - reine Privatsache?

Rund die Hälfte aller Schwangerschaften sind einem UN-Bericht zufolge ungewollt. Einer der Hauptgründe dafür ist die fehlende Verhütung: 214 Millionen Frauen weltweit haben keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. In Europa ist das anders: In Deutschland, Finnland, Portugal, Slowenien oder Schweden übernimmt der Staat sogar die Kosten für Verhütungsmittel wie die Anti-Babypille oder Kondome. In Österreich ist Verhütung eine reine Privatangelegenheit. Doch auch hierzulande werden Rufe nach einer Kostenübernahme durch den Staat laut. Die Begründung: Langzeitverhütungsmittel, die als sicher gelten, kosten viel und sind für junge und einkommensschwache Menschen oft kaum erschwinglich. Mit Gratis-Verhütungsmitteln würde die Wahrscheinlichkeit für ungewollte Schwangerschaften, Schwangerschaftsabbrüche und sexuell übertragbare Infektionen sinken.
1/11/202429 minutes, 53 seconds
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2024 - Ein Jahr im Dauerwahlkampf

Gleich mehrere Wahlen stehen in diesem Jahr an. Im Juni werden die Abgeordneten für das EU-Parlament gewählt, voraussichtlich im Herbst jene zum Nationalrat. Dann wählen die Bundesländer Steiermark und Vorarlberg einen neuen Landtag. Den Anfang machen im März die Gemeinderatswahlen in Salzburg und dann im April jene in Innsbruck. Mit besonderer Spannung wird die Nationalratswahl erwartet. Seit Monaten führt die FPÖ die Umfragen an, doch sowohl SPÖ-Chef Andreas Babler als auch ÖVP-Chef Karl Nehammer beteuern, mit FPÖ-Chef Herbert Kickl nicht zusammenarbeiten zu wollen. Welche Koalitionen erscheinen aus heutiger Sicht wahrscheinlich? Was müssen Grüne und NEOS tun, um in diesem Match nicht zerrieben zu werden? Wie wichtig ist die EU-Wahl für Österreich? Und welchen Einfluss hat die schlechte Wirtschaftslage auf die Wahlen? Darüber diskutieren: Thomas Hofer, Politikberater Nina Horaczek, Der Falter Oliver Pink, Die Presse - Sendung vom 10.1.2023
1/10/202429 minutes, 54 seconds
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Dem Drachen so nah - Taiwan vor den Wahlen

2024 ist international ein Jahr reich an Wahlen. Eine der ersten Wahlen heuer ist gleich sehr spannend: Jene in Taiwan am kommenden Samstag. Mehr als 19 Millionen Menschen sind aufgerufen, ein Parlament und einen neuen Präsidenten zu wählen. Der Ausgang dieser Wahl wird insbesondere in der kommunistischen Volksrepublik China, genau beobachtet; es könnte um Krieg und Frieden gehen. China betrachtet die vor seiner Ostküste gelegene Insel als abtrünnige Provinz. Die Wiedervereinigung Taiwans mit dem Festland ist erklärtes Ziel, Peking droht immer wieder auch mit militärischer Gewalt. Taiwan hat sich nach dem Ende des chinesischen Bürgerkriegs 1949 der Volksrepublik China nicht geschlagen gegeben , hierher flohen viele Gegner der Kommunisten. Seit Ende der 1980er Jahren ist die "Republik China", wie sich Taiwan nennt, eine funktionierende Demokratie. Taiwan selbst sieht sich als souveräner Staat, aber nur wenige Länder haben seine Unabhängigkeit anerkannt.
1/9/202429 minutes, 50 seconds
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Braunkohleboom in der Lausitz

Die Lausitz im Osten Deutschlands ist nach dem Rheinischen Braunkohlerevier rund um Aachen das zweitgrößte Braunkohlegebiet Deutschlands. In der strukturarmen Region gab das „Schwarze Gold“ mehr als 120 Jahre lang den Menschen Arbeit und Brot. Zu DDR-Zeiten waren dort Zehntausende Bergleute beschäftigt. Heute ist nur ein kleiner Rest von Tagebauen und Kraftwerken geblieben, die insgesamt noch 7.000 Jobs bieten. Noch – denn Deutschland hat wegen des Klimawandels den endgültigen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung für 2038 beschlossen. Doch als Russland im Februar 2022 die Ukraine angriff, war plötzlich alles anders: Angesichts der Energiekrise nach dem Verzicht auf russisches Gas wird in der Lausitz seitdem so viel Braunkohle gefördert und verstromt wie lange nicht. Gleichzeitig wollen Klimaschützer früher als 2038 aus der Kohle aussteigen. - Sendung vom 8.1.2023
1/8/202429 minutes, 57 seconds
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Die Sterbehilfe auf dem Prüfstand

Ö1 Journal-Panorama 18:25 Uhr 29.08.2023 Die Sterbehilfe auf dem Prüfstand Gestaltung: Monika Feldner-Zimmermann und Astrid Plank
12/31/202329 minutes, 58 seconds
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Im Schatten des Sternenbanners: 200 Jahre Monroe-Doktrin

Vor 200 Jahren verkündete US-Präsident James Monroe eine außenpolitische Doktrin, mit der die noch jungen Vereinigten Staaten bereits den Anspruch erhoben, europäische Mächte aus dem ganzen amerikanischen Kontinent fernzuhalten. Bald sollte sich daraus ein imperialistischer Anspruch entwickeln, der den Ländern im Süden Amerikas eine eigenständige Entwicklung absprach, wenn sie den wirtschaftlichen und politischen Interessen der USA entgegenstand. Jahrzehntelang konnte man davon ausgehen, dass Staatsstreiche gegen unliebsame Regimes in der jeweiligen US-Botschaft ausgeheckt oder sogar vom Auslandsgeheimdienst CIA finanziert und geplant waren. Nach dem Ende des Kalten Krieges sind solche Interventionen weitgehend verschwunden. Aber auch heute bleiben die USA bestimmend für viele Entwicklungen in Lateinamerika. Auf einem Kongress in München wurden neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Monroe-Doktrin ausgetauscht. Eine Sendung in memoriam Ralf Leonhard.
12/28/202329 minutes, 41 seconds
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Bhutan: Ein Land steigt auf

Bhutan war jahrzehntelang ein Schwerpunktland der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Nun ist das kleine Himalaya-Königreich in die Riege der sogenannten Länder mittleren Einkommens aufgestiegen. Österreich zieht sich deshalb aus Bhutan zurück. Erreicht habe man dort vieles: Fortschritte bei der Energieversorgung, im Aufbau eines effizienten Rechtssystems und professioneller Tourismuseinrichtungen. Bhutan bleibt weiterhin ein faszinierendes, rätselhaftes Reich voll buddhistischer Symbole und alter Traditionen. Wie es in Zukunft mit dem Tourismus umgehen wird – mit mehr Öffnung oder als hochpreisige Luxusdestination, wird über die weitere Entwicklung mitbestimmen. Eine Reise durchs Land der Klosterburgen, rauschenden Flüsse und hohen Berge. Adaptierte Version einer Sendung vom Juni 2023
12/27/202332 minutes, 12 seconds
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Menschen ohne Krankenversicherung in Deutschland

Hunderttausende Menschen, womöglich bis zu einer Million, haben in Deutschland keine Krankenversicherung. Menschen ohne fixen Job und ohne Sozialhilfe, Langzeitstudierende, gescheiterte Selbständige, Zugewanderte. Sie alle können durch das Versicherungsnetz rutschen. Dann wird es bald eng. Karitative Einrichtungen versuchen zu helfen, doch sie können nur Notfallmedizin anbieten. Ernste Erkrankungen bleiben daher oft unbehandelt und werden rasch lebensbedrohend. - Sendung vom 21.12.2023
12/21/202329 minutes, 37 seconds
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Kranke junge Seelen - Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

Heranzuwachsen ist an sich schon nicht einfach. Die Corona-Pandemie hat die Herausforderungen für Kinder und Jugendliche aber noch verschärft, psychische Erkrankungen wie Angst- und Essstörungen sowie Depressionen haben zugenommen. Dazu kommen existenzielle Bedrohungsszenarien, die die Kinder und Jugendlichen belasten: finanzielle Sorgen in der Familie, Klimawandel und Krieg. Wie kann jungen Menschen aus psychischen Krisen geholfen werden? Was ist nötig, um die medizinische und therapeutische Versorgung zu verbessern? Und was können Eltern tun, um ihre Kinder besser zu unterstützen? Darüber diskutieren: Caroline Culen, Österr. Liga für Kinder- und Jugendgesundheit Alexander Grabenhofer-Eggerth, Gesundheit Österreich GmbH Paul Plener, Uni-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie AKH Wien Carina Reithmaier, Mental Health-Initiative - “Gut, und selbst?” - Sendung vom 20.12.2023
12/20/202329 minutes, 58 seconds
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Die zweite Front - Hisbollah und die Kriegsangst der Libanesen

Je länger der Gaza-Krieg andauert, umso größer ist die Gefahr, dass er zum großen Nahostkrieg mutiert. Ob es so weit kommt, wird sich im libanesisch-israelischen Grenzgebiet zeigen. Seit Wochen kommt es dort zu Gefechten zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah. Erst Granaten, dann Raketen, jetzt Drohnen und Kampfjets - die Spirale der Gewalt rotiert immer schneller. Hochgerüstet vom Iran demonstriert die Hisbollah durch einen Kleinkrieg an der Grenze Solidarität mit der Hamas. Dabei fürchten die von Kriegen und Krisen geschlagenen Menschen im Libanon nichts mehr als einen neuen Konflikt mit Israel. Viele sind aus der Grenzregion ins Landesinnere geflohen.
12/19/202331 minutes, 6 seconds
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Das Erbe Nelson Mandelas

Nelson Mandela gilt als Nationalheld Südafrikas und als Ikone. Vor zehn Jahren, am 5. Dezember 2013, ist er gestorben. Er war entschiedener Gegner des Apartheidsystems der Rassentrennung. Zeit seines Lebens wollte Mandela gleiche Chancen für alle Menschen und Versöhnung. Auch 27 Jahre Haft haben ihn nicht brechen können. Und so wurde er nicht nur zum ersten schwarzen Präsidenten seines Landes, sondern auch zum weltweiten Symbol für den Kampf gegen Rassismus, Ungleichheit und Unterdrückung. Was ist davon in Südafrika geblieben, zehn Jahre nach seinem Tod? Die Spurensuche ergibt ein durchwachsenes Bild.
12/18/202329 minutes, 55 seconds
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Neue Gentechnik auf dem EU-Prüfstand

Anfang der Woche haben die Landwirtschaftsminister und -ministerinnen der EU-Länder in Brüssel der Kommission eine Abfuhr erteilt. Es ging um zwei Verordnungen zum Umgang mit Saatgut, die die Kommission ins Rennen geschickt hat, um, wie sie argumentiert, unter anderem die Versorgung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen. Einerseits sollte Saatgut, das gentechnisch verändert worden ist, leichter als bisher zugelassen werden können, und zwar solches, das mittels der sogenannten Genschere behandelt wurde. Dabei werden die Pflanzeneigenschaften künstlich verändert, nicht aber fremdes Erbgut in das Saatgut eingebracht. Zum anderen ging es auch um die Regeln zum Verkauf und zur Weitergabe von Saatgut, zum Beispiel im kleinbäuerlichen Bereich. Für uns hat Ilse Huber ergründet, welche Argumente Befürworter und Gegnerinnen der Neuen Gentechnik ins Treffen führen und was sie jeweils von einer entsprechenden neuen EU-Regelung erhoffen - oder befürchten.
12/14/202329 minutes, 58 seconds
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Meilenstein der Minderheitenpolitik: Die Anerkennung der Roma vor 30 Jahren

Ausgrenzung, Diskriminierung, auch Vertreibung, Verfolgung bis zum Versuch der systematischen Auslöschung während der NS-Zeit: All das prägte die 600 Jahre lange Geschichte der Roma in Europa, auch in Österreich. Geschätzte vierzehn Millionen Roma leben derzeit in Europa, sie bilden die größte ethnische und sprachliche Minderheit des Kontinents. In Österreich sind 40.000 bis 100.000 Mitglieder der heterogenen Volksgruppe heimisch, zu der neben Roma und Sinti u.a. auch Lovara und Kalderasch zählen. Genauere Zahlen gibt es nicht. 1993, vor 30 Jahren, wurden die Roma als sechste Volksgruppe in Österreich anerkannt. Kürzlich wurde ihnen vom Parlament die Errichtung eines Mahnmals für die Ermordeten der NS-Zeit zugestanden. Was hat die Anerkennung als Minderheit sonst noch verbessert? Und was sind die dringendsten Anliegen der Volksgruppe?
12/12/202330 minutes, 2 seconds
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Klimanotstand: Wie man in den USA gegen die Erderwärmung ankämpft

Die US-Regierung hat zuletzt Milliarden Dollar in den Klimaschutz investiert. Dennoch ist ziemlich klar, dass die amerikanischen Klimaziele kaum erreicht werden können. Sollten die Präsidentenwahlen im November 2024 einen Machtwechsel bringen, wird dem Klimaschutz noch weniger Bedeutung beigemessen werden als bisher. Neben den staatlichen Investitionen in Elektromobilität und erneuerbare Energien gibt es allerdings in den USA auch unzählige kleine Projekte oder Betriebe, die etwas für den Klima- oder Umweltschutz tun. Ein Porträt dieser Initiativen. - Sendung vom 11.12.2023
12/11/202329 minutes, 35 seconds
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Allein in eine fremde Welt: 85 Jahre nach den Kindertransporten

Am 10. Dezember 1938 verließ der erste sogenannte Kindertransport den Wiener Westbahnhof. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939 wurden rund 15.000 jüdische Kinder und Jugendliche aus dem „Deutschen Reich“, also auch aus der „Ostmark“, in Zügen in Sicherheit gebracht. Die meisten dieser Kinder wurden von Großbritannien aufgenommen, aber auch in die Niederlande und in die Schweiz, nach Schweden, Belgien, Frankreich und in die USA gingen die Kindertransporte. In diesen Ländern wurden die Kinder in Pflegefamilien oder Heimen untergebracht. Mit den Transporten wurden Leben gerettet, doch für die Kinder bedeuteten sie eine Fahrt ins Ungewisse, und für viele Familien war es ein Abschied für immer. Betroffene „Kinder“ und ihre Nachkommen erzählen ihre bewegende Geschichte. - Sendung vom 7.12.2023
12/7/202330 minutes, 32 seconds
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Die (Ohn-)Macht der Menschenrechte

Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet: Der Beginn einer neuen Ära, da zum ersten Mal die individuellen Rechte und Freiheiten aller Menschen garantiert und anerkannt wurden, unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft. 75 Jahre später ist der kurze Text der Resolution immer noch topaktuell: Die Menschenrechte noch immer weltweit verletzt. Welche Erfolge sind nach einem Dreivierteljahrhundert zu verzeichnen? Welche Herausforderungen gibt es heute? Sind mit den Demokratien auch die Menschenrechte weltweit unter Druck gekommen? Und wie kann man diese so essentiellen Rechte einklagen? Darüber diskutieren: Michaela Krömer, Rechtsanwältin, vertritt Kläger/innen der Klimaklage Manfred Nowak, ehemaliger Vorsitzender des Ludwig Boltzmann-Instituts für Menschenrechte Martin Schenk, Mitglied des Menschenrechtsbeirats der Volksanwaltschaft
12/6/202329 minutes, 49 seconds
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USA: Die Rückkehr der Kinderarbeit

In vielen Ländern fehlen Arbeitskräfte – auch in den USA. Dort gehen einige Bundesstaaten deshalb einen umstrittenen Weg: Sie setzen darauf, dass Minderjährige mehr arbeiten dürfen als bisher und haben deshalb die Regeln gelockert. Kinderschützer schlagen Alarm. Sie warnen, dass vor allem junge Migrantinnen und Migranten ausgenutzt werden. Die Bundesstaaten verteidigen die Lockerungen: Junge Menschen sollen früher die Möglichkeit bekommen, ihr eigenes Geld zu verdienen. Die Regierung will nun auf Bundesebene gegen den Anstieg der Kinderarbeit vorgehen.
12/5/202329 minutes, 48 seconds
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Republika Srpska: Der Machtpoker der Serben in Bosnien

Die Republika Srpska ist der mehrheitlich serbische Landesteil von Bosnien-Herzegowina, sie umfasst etwa die Hälfte des Landes. Ihr Präsident, Milorad Dodik, sorgt seit Jahren für Unruhe. Denn Dodik möchte den Landesteil von Bosnien abspalten und fährt eine aggressive Kampagne gegen den dortigen Hohen Repräsentanten der UNO, Christian Schmidt. Dodik erklärte Schmidt zuletzt zur Persona non grata in seiner Republika Srpska. Er erkennt dessen Entscheidungen genauso wenig an wie jene des bosnischen Verfassungsgerichts. Gegen ihn ermittelt deshalb die Staatsanwaltschaft. Dodik führt den Landesteil mit absoluter Macht - und zum Teil wie einen Selbstbedienungsladen. Immer wieder kommen Korruptionsaffären aus Dodiks Umfeld ans Licht. Auch der Umgang mit der Kriegsvergangenheit sorgt für großen Unmut.
12/4/202329 minutes, 59 seconds
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Vermisste und ermordete indigene Frauen in den USA

Mord ist die dritthäufigste Todesursache von Indigenen in den USA. Vor allem werden viele Frauen ermordet oder als vermisst gemeldet. Indigene Familien klagen, dass Behörden Berichte über vermisste Frauen oft nicht ernst nehmen und sich die Suche dadurch verzögern würde. Die Gründe für das Verschwinden, die häusliche Gewalt gegen die Frauen und die brutalen Morde sind vielfältig. Alkohol und Drogen spielen fast immer eine Rolle, auch Menschenhandel dürfte im Spiel sein. Aber auch Männer und junge Burschen werden Opfer. Besonders betroffen ist das bitterarme Pine Ridge Reservat im US-Bundesstaat South Dakota. Auf über 30 000 Einwohner:innen kommen hier ein paar Dutzend Polizist:innen, es gibt nur ein Frauenhaus.
11/30/202330 minutes
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Künstliche Intelligenz in der Medizin

Die KI, die künstliche Intelligenz, hat in den vergangenen Monaten viele Schlagzeilen gemacht. In der Medizin sind KI-Methoden bereits gängig, allerdings noch in einer Art Anfangsstadium. Formen der künstlichen Intelligenz, also Computerprogramme, erkennen bösartige Hautveränderungen, analysieren und befunden Röntgenbilder, schreiben aber auch Arztbriefe und helfen bei der Logistik für die Belegung von Krankenbetten in Spitälern. Viele weitere Einsatzoptionen im Behandlungszimmer, im OP und in der Intensivmedizin sowie in der Verwaltung werden aktuell erforscht. Klar ist aber momentan auch: Nicht alles, was die KI macht, muss immer stimmen und hilfreich sein. Es passieren Fehler, und der Computer kann häufig eben nicht die direkte Interaktion zwischen Arzt oder Ärztin und Patient:innen ersetzen. Fragen stellen sich auch nach der Sicherheit von Gesundheitsdaten und nach der Haftung bei Schäden, die auf die künstliche Intelligenz zurückzuführen sind.
11/28/202329 minutes, 53 seconds
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Japanerinnen kämpfen für Gleichberechtigung

Japan belegt im Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums Platz 125 von 146 Ländern. Das bedeutet: In den Chefetagen und im Parlament sind kaum weibliche Manager und Abgeordnete zu sehen. In der japanischen Gesellschaft gibt es ein traditionelles Rollenbild für Frauen, das sie als anmutig, willensstark, dezent verführerisch, opferbereit und dreifach gehorsam gegenüber Vater, Ehemann und Sohn beschreibt. Doch viele Japanerinnen wollen sich nicht mehr in dieses Klischee pressen und aufgrund ihres Geschlechts diskriminieren lassen. Sie finden innovative Wege, um ihre Benachteiligung erfolgreich zu bekämpfen. Immer mehr setzen sich für ihre Rechte ein und werden dabei von der Öffentlichkeit unterstützt. - Sendung vom 27.11.2023
11/27/202329 minutes, 54 seconds
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Nahost in Österreich

Am 7. Oktober erschütterte ein großangelegter Terrorangriff der Hamas Israel und die ganze Welt. 1.200 Tote und über 5.400 Verletzte bedeuten den schlimmsten und blutigsten Tag in Israel seit der Staatsgründung 1948. Seither schlägt das israelische Militär täglich im Gaza-Streifen zurück: Ziel ist die Auslöschung der Hamas, den Angriffen fallen jedoch auch tausende Zivilistinnen und Zivilisten zum Opfer, und die humanitäre Lage im Gazastreifen ist dramatisch schlecht. Was alle Seiten eint, ist ihre Uneinigkeit – und eine zunehmende Polarisierung. Auch in Österreich macht sich durch die Entwicklungen in Nahost eine große Unruhe bemerkbar. Antisemitische Vorfälle häufen sich, die Terrorwarnstufe wurde erhöht, Expertinnen und Verfassungsschützer befürchten auch hierzulande eine Radikalisierung in islamistischen und jihadistischen Kreisen. Wie gefährlich ist die Lage in Österreich tatsächlich? Inwiefern ist die Hamas hierzulande aktiv? Und wie geht es den Betroffenen mit der Situation?
11/23/202329 minutes, 51 seconds
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Panorama-Diskussion: Kleben fürs Klima - geht das nach hinten los?

Anfang der Woche haben sogenannte Klimakleber die Wiener Stadteinfahrten stundenlang lahmgelegt. Manche Autofahrer:innen, die behindert wurden, sind ausgerastet. Tätliche Übergriffe auf die Aktivist:innen werden wohl häufiger werden. Die Wirtschaft klagt über materiellen Schaden, die Politik spricht teilweise von Terrorismus. Wie sinnvoll sind Aktionen der "Letzten Generation"? Schaden sie ihrem Anliegen womöglich mehr als sie nützen? Bringen sie auch wohlgesonnene Mitmenschen gegen sich auf? Und wie steht es überhaupt um die Anliegen der Klimaschützerinnen und -schützer in Zeiten von Krieg, Teuerung und großem politischem Verdruss? Auch die bekannte Organisation "Fridays for Future" hat mit Gegenwind zu kämpfen, seit Greta Thunberg sich in den Nahost-Konflikt eingemischt hat.
11/22/202329 minutes, 54 seconds
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Der Griff nach den Sternen: Tschechien auf dem Weg zur Weltraummacht

Für den Kosmos interessiert man sich in Tschechien seit Jahrhunderten: Die Astronomen Johannes Kepler und Tycho Brahe machten in Prag bahnbrechende Entdeckungen – und dreieinhalb Jahrhunderte später, 1978, war der Tscheche Vladimir Remek der erste Mensch im Weltraum, der nicht aus der Sowjetunion oder den USA stammte. Heute erlebt die Sehnsucht nach den unendlichen Weiten des Universums in Tschechien eine Renaissance – und macht das Land zu einem der wichtigen Standorte der aufstrebenden Branche: Von Prag aus leitet die EU-Agentur EUSPA die europäischen Satellitenprogramme, und überall im Land tüfteln Startups und etablierte Unternehmen an Hightech-Satelliten oder hochspezialisierter Software. Die Weltraum-Technik stellt längst einen bedeutenden Wirtschaftszweig dar. Eine Rundreise von den Anfängen der tschechischen Weltraum-Begeisterung bis zu den Tüftlern von heute.
11/21/202330 minutes, 1 second
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Wärmewende vor dem Ende?

Im Parlament geht es diese Woche um das Budget. Einen Teil der Tagesordnung werden die Debatten rund um das Erneuerbare-Wärme-Paket der Regierung einnehmen. Das sind Maßnahmen, die den Umstieg von fossiler Wärmegewinnung, vor allem im Wohnbereich, auf erneuerbare Energien erleichtern sollen. Viel Fördergeld wird in den nächsten paar Jahren dafür fließen. Allerdings: eine Verpflichtung, aus CO2-ausstoßenden Anlagen auszusteigen, wird nicht kommen. Genau das war aber lange angekündigt worden, viele hatten sich bereits darauf eingestellt, und das Ganze war auch ein Herzensanliegen von Umweltministerin Leonore Gewessler von den Grünen. Letztlich habe sie sich gegen den Widerstand von Wirtschaftskreisen innerhalb des Regierungspartners ÖVP nicht durchsetzen können, sagen Kritiker. Nun hängt, so wird gewarnt, vieles in der Luft.
11/20/202329 minutes, 58 seconds
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Argentinien: "Anarcho-Kapitalismus" gegen die Kirse?

Argentinien steht vor einer Richtungsentscheidung: Am 19. November treten bei der Stichwahl um das Präsidentenamt zwei Kandidaten gegeneinander an, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite der Populist Javier Milei, der die heimische Währung durch den Dollar ersetzen und seinem Land am liebsten eine Art Anarcho-Kapitalismus verordnen möchte. Auf der anderen Seite steht Sergio Tomas Massa, ein Berufspolitiker, seit Jahrzehnten Teil des Systems. Er gilt als gewieft und opportunistisch. Im ersten Wahlgang hatte Massa mit 36% überraschend gewonnen, Milei kam auf 30% der Stimmen. Die Umfragen für die Stichwahl prognostizieren ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Das einst reiche Land steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise: Die Inflationsrate liegt bei 140 Prozent, rund 40 Prozent der Menschen leben unter der Armutsgrenze.
11/16/202329 minutes, 37 seconds
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Driftet Deutschland nach rechts?

In München wurde am 8. November Hubert Aiwanger, Vorsitzender der Partei Freie Wähler, als Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident der bayrischen Staatsregierung vereidigt; eine antisemitische Flugblattaffäre und populistische Entgleisungen taten seiner Karriere als CSU-Koalitionspartner keinen Abbruch. Bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen setzte die in Teilen rechtsextreme AFD ihren Vormarsch in die Parlamente fort; in den ostdeutschen Bundesländern Thüringen, Sachsen und Brandenburg, wo im Herbst 2024 gewählt wird, liegt sie gemäß Umfragen an erster Stelle. Nach dem Terrorakt der Hamas vom 7. Oktober bleibt die gesellschaftliche Solidarität mit Israel schwach, während antisemitische Reflexe zunehmen. Driftet die Bundesrepublik nach rechts? Die Berliner Ampelkoalition und auch die CDU halten dagegen - doch auch die Vorzeigedemokratie Deutschland steht auf dem Prüfstand. - Sendung vom 15.11.2023
11/15/202329 minutes, 56 seconds
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Weltdiabetestag: Der Zugang zu Therapien in armen Gesellschaften

Fast 600 Millionen Menschen weltweit leiden an Diabetes. In Afrika steigt deren Zahl am schnellsten; am häufigsten erkranken arme Menschen. Doch weniger als die Hälfte der Betroffenen erhält je eine Diagnose. Und viele haben auch keinen oder nur begrenzt Zugang zu einer Behandlung. In manchen Regionen kommt die Diagnose eines Typ 1-Diabetes überhaupt einem Todesurteil gleich. Dazu kommen oft astronomische Preise, die die Hersteller für ihre Insulinprodukte verlangen. Fachleute fordern angesichts dessen eine Produktion des essenziellen Medikaments Insulin in staatlicher Regie.
11/14/202329 minutes, 51 seconds
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Journal Panorama-Diskussion: Die SPÖ nach dem Parteitag

Mit 88,8% der Delegiertenstimmen ist Andreas Babler am Parteitag der SPÖ in Graz als Parteivorsitzender bestätigt worden. Alle zwölf Leitanträge und auch die nicht unumstrittene Statutenreform, die der Parteibasis mehr Macht bei der Wahl der Parteivorsitzenden gibt, wurden angenommen. Ein Signal der Einigkeit nach Jahren der internen Querschüsse und öffentlich ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten. Ist der Partei der Neustart nach dem Abstimmungsfiasko im Juni gelungen? Wie geeint stehen die verschiedenen Flügel und Landesorganisationen hinter SPÖ-Chef Babler und seinen eher linken Positionen? Und wie gut ist die Partei für den Nationalratswahlkampf im kommenden Jahr aufgestellt? Darüber diskutieren: Eva-Maria Holzleitner, stv. Parteichefin und SPÖ-Frauenvorsitzende Eva Linsinger, stv. Chefredakteurin des „profil“ Klaus Luger, Bürgermeister von Linz (SPÖ) - Sendung vom 13.11.2023
11/13/202330 minutes, 5 seconds
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Antisemitismus : Erinnern an 1938

Fassungslos steht man in diesen Tagen vor einem offenbar wiederaufkeimenden Antisemitismus in Österreich. Hakenkreuzschmierereien und Brandanschläge - sie kommen wieder vor, dabei wähnte man sie nur noch als historische Tatsache. Vor genau 85 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, wurden im ganzen Deutschen Reich, so auch in der damaligen Ostmark, Fensterscheiben und Auslagen jüdischer Geschäfte eingeschlagen, Synagogen abgebrannt, jüdische Einrichtungen zerstört. Jüdinnen und Juden wurden misshandelt, ausgeraubt, zum Straßenwaschen gezwungen. Andere waren zu dem Zeitpunkt längst auf der Flucht - oder eingesperrt, bereits im KZ oder im Untergrund. Zeitzeug:innen und Betroffene von damals haben heuer im Frühling ihre Erinnerungen mit der Öffentlichkeit geteilt. Sie haben erzählt, wie sie den sogenannten Anschluss im März 1938 erlebt haben und was danach mit ihnen und ihren Familien geschah. - Sendung vom 9.11. 2023
11/9/202329 minutes, 49 seconds
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EUkraine?

Heute hat die EU-Kommission den Beginn von Beitrittsverhandlungen mit der Republik Moldau und der Ukraine empfohlen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigt sich begeistert von den Fortschritten der Länder. Doch selbst wenn die EU-Mitgliedsländer die Entscheidung der Kommission absegnen und die Beitrittsverhandlungen demnächst beginnen, ist eines klar: Bis die Ukraine tatsächlich EU-Mitglied wird, werden noch viele Jahre ins Land ziehen. Viele Fragen sind noch offen: Wie können Verhandlungen mit einem Land ablaufen, das sich im Krieg befindet? Wie schnell kann die Korruption in der Ukraine eingedämmt werden? Und können – beziehungsweise wollen – die EU-Staaten die Kosten überhaupt stemmen, die mit einem Beitritt des riesigen Agrarlandes verbunden wären? Studiodiskussion mit dem ukrainischen Botschafter in Österreich, Wassyl Chymynez, dem Politologen und EU-Experten Paul Schmidt und mit ORF-Brüssel-Büroleiterin Raffaela Schaidreiter
11/8/202329 minutes, 56 seconds
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Kolumbien: Sieben Jahre und kein Frieden

Vor sieben Jahren, im November 2016 ist in Kolumbien der jahrzehntelange Bürgerkrieg offiziell zu Ende gegangen. Damals haben die linke FARC-Guerilla und die Regierung Santos einen Friedensvertrag abgeschlossen. Doch die Gewalt hat seither nicht wirklich ein Ende genommen. Verschiedene Gruppierungen bekämpfen einander weiterhin - manche FARC-Dissidenten, die den Friedensvertrag nicht unterschrieben haben, einerseits, rechtsextreme Paramilitärs und die Drogenmafia andererseits. Die Mordrate ist hoch, soziale Anführer, Indigene, Menschenrechtsverteidiger und Umweltaktivistinnen leben gefährlich. Seit August 2022 ist zum ersten Mal in der kolumbianischen Geschichte ein linker Präsident im Amt. Gustavo Petros Projekt ist der „vollständige Frieden“ - mit allen bewaffneten Gruppen. Ob sein Plan aufgehen kann, hat Christine Siebert in den kolumbianischen Anden zu erkunden versucht, wo ehemalige FARC-Guerilleros in einer sogenannten Wiedereingliederungszone leben. - Sendung vom 7.11.23
11/7/202329 minutes, 49 seconds
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Singapur: Kampf gegen die Gelbfiebermücke

Das Dengue-Fieber ist keine reine Tropenkrankheit mehr. Aufgrund des Klimawandels und der globalen Erwärmung gibt es inzwischen auch in Europa immer wieder einzelne Fälle - zuletzt etwa in Italien am Gardasee. Laut der Weltgesundheitsorganisation besteht für die Hälfte der Weltbevölkerung ein Risiko, an dem von Mücken übertragenen Virus zu erkranken. Im südostasiatischen Stadtstaat Singapur ist die Tropenkrankheit allgegenwärtig. Die Regierung tut daher viel, um die Gefahr einzudämmen: Staatliche Hausinspektionen werden durchgeführt, um Mückenlarven früh zu entdecken, harmlose Mücken werden gezüchtet, die Dengue nicht mehr übertragen können und bei Ausbrüchen werden regelmäßig Insektizide in dichten weißen Wolken versprüht. Kann auch Europa diesbezüglich von Singapur lernen?
11/6/202331 minutes, 26 seconds
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Kairo: Aus für die Stadt der Toten?

Der Bauboom in Ägypten macht auch vor Kulturdenkmälern nicht halt: Überall in der Hauptstadt Kairo werden alte Viertel abgerissen, Menschen vertrieben, neue Schnellstraßen und Hochhäuser hochgezogen. So auch in der berühmten "Totenstadt": Der Bezirk am Ostrand Kairos beherbergt neben einfachen Grabanlagen und Wohnhäusern auch eine Vielzahl historisch bedeutsamer Bauten aus fast allen Epochen und ist teilweise UNESCO-Weltkulturerbe. Zwischen den Gröbern leben Menschen, sie fürchten, ihr Zuhause zu verlieren. Der Abriss erster Gräber hat zu einem Aufschrei in sozialen Netzwerken geführt. Zerstört Ägypten seine Kultur für eine Schnellstraße?
11/2/202329 minutes, 46 seconds
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Nordschweden im Öko-Fieber

Im Norden Schwedens soll die Energiewende vorangetrieben werden. Die Devise lautet "Gröna Omställning" - die grüne Transformation. So wurde bereits eine große Batteriefabrik für E-Autos aus dem Boden gestampft. Zwei Voraussetzungen hat die dünn besiedelte Region: Hier gibt es Seltene Erden und Wasserkraft im Überfluss. Auch eine Menge Windkraftwerke sollen neu entstehen - und für all das tausende Arbeitskräfte in den Regionen Norrbotten und Västerbotten angesiedelt werden. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Eingriffe in die Naturlandschaft nicht nur diese beeinträchtigen, sondern auch den uralten Lebensraum der Samen und ihrer Rentierherden.
10/31/202330 minutes, 4 seconds
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Tourismusboom in Albanien

Albanien wird zunehmend zum Touristenmagneten. Immer mehr Menschen entdecken das einst streng abgeschottete und ärmste Land Europas. Es hat Traumstrände, imposante Gebirge, weitgehend unberührte Natur und außerdem auch viel Kultur zu bieten. Der Tourismusrekord von 2022 wird in diesem Jahr voraussichtlich noch einmal um knapp ein Drittel überboten; dadurch entsteht auch ein gewaltiger Bauboom mit Auswirkungen auf die Natur. Seit gut einem Jahr träumt das 3-Millionen-Einwohnerland von einer EU-Mitgliedschaft, das Beitrittsverfahren ist eröffnet. Der sozialistische Ministerpräsident Edi Rama ist zwar europafreundlich, sein Führungsstil wird aber als ziemlich autoritär kritisiert. Immer wieder wird im Umfeld der Regierung wegen Korruption oder Verbindungen zur organisierten Kriminalität ermittelt.
10/30/202329 minutes, 47 seconds
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Moldau: Ein Land zwischen Ost und West

Wir reisen heute akustisch durch das kleine Land Moldau, das seit dem Vorjahr offiziell EU-Beitrittskandidat ist. Die frühere Sowjetrepublik ist zwischen Rumänien und der Ukraine eingeklemmt, ist noch immer ziemlich arm und hat noch dazu mit der schmalen moskauhörigen Region Transnistrien umzugehen, die sich abgespaltet hat. Dazu kommen weitere winzige Landesteile, die so wie Transnistrien nicht hinter der westlichen Orientierung der offiziellen Politik stehen. Angesichts der Bedrohung durch den Krieg im Nachbarland Ukraine eine sehr schwierige Gemengelage. - Sendung vom 24.10.2023
10/24/202329 minutes, 57 seconds
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Jeder für sich allein: Südkoreas Gesellschaft zerfällt

Südkoreas Wirtschaft gehört zu den stärksten weltweit. Im internationalen Ranking liegt das Land mit seinen 51 Millionen Einwohnern derzeit auf Platz 13. Bildung, Forschung und Innovation haben einen hohen Stellenwert. Das Land steht aber auch vor enormen Herausforderungen; eine ist die anhaltend niedrige Geburtenrate – die niedrigste auf der Welt. Der Staat versucht seit Jahren gegenzusteuern, bisher ohne Erfolg. Die Gründe sind vielfältig: Hohe Immobilienpreise, lange Arbeitszeiten, aber auch überzogene Erwartungen vor allem an junge Menschen, sowohl auf gesellschaftlicher als auch auf individueller Ebene. Die Vereinzelung im Industrieland Südkorea steigt und manche Menschen kommen mit dem Druck nicht zurecht, sie haben kaum mehr reale Kontakte und verlassen ihre Wohnungen nicht mehr.
10/23/202329 minutes, 35 seconds
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Inklusion in der Schule: Pro und Contra

Rund 30.000 Kinder und Jugendliche haben in Österreich einen sogenannten sonderpädagogischen Förderbedarf aufgrund einer Behinderung. Knapp zwei Drittel davon werden bis dato in Regelschulen unterrichtet, mehr als ein Drittel in Sonderschulen. Die Diskussion über deren Sinnhaftigkeit wird meist sehr emotional geführt, unterschiedliche – oft stark ideologisch geprägte – Sichtweisen prallen aufeinander. Zuletzt hat die UNO Österreich heftig kritisiert: Ein Fachausschuss stellte Rückschritte im Bereich der inklusiven Bildung fest; man sei „ernsthaft besorgt“, hieß es. Es fehlten Geld und Personal. Die UNO empfiehlt, die heimischen Sonderschulen überhaupt auslaufen zu lassen und die Finanzmittel stattdessen in die inklusive Bildung umzuleiten. Brauchen wir also noch Sonderschulen? Oder wäre der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung besser für alle? Eine Bestandsaufnahme.
10/19/202329 minutes, 54 seconds
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Die rumänische Schwarzmeerküste im Zentrum der Geopolitik

Die rumänische Schwarzmeerküste ist durch den Krieg in der Ukraine ins Zentrum der Geopolitik katapultiert worden. Dort wird ukrainisches Getreide umgeschlagen, aber auch russische Schiffe sind unterwegs. Mitte August explodierte an einem Badestrand eine Seemine. Anrainer des Donaudeltas wiederum haben Angst vor Drohnen – trennt sie doch nur der Fluss von der Ukraine und dem unter Beschuss liegenden Gebiet. Und es geht auch ums Gas – ein seit dem Krieg besonders umkämpftes Gut. Unter Beteiligung der österreichischen OMV wurde die Ausbeutung des Gasfeldes "Neptun Deep" wiederbelebt, was Rumänien zum größten Erdgas-Lieferanten in der EU machen könnte. Welche Folgen hat also der Krieg für die Region – für Gesellschaft, Militär, Wirtschaft, Tourismus und Ökologie?
10/17/202329 minutes, 49 seconds
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Diskussion: Polen vor dem Machtwechsel?

Nachwahlbefragungen zufolge hat die regierende nationalkonservative Partei „Recht und Gerechtigkeit“ die Regierungsmehrheit bei der gestrigen Parlamentswahl verloren und muss die Macht abgeben. Sie ist zwar wieder stimmenstärkste Partei geworden, doch die oppositionelle europafreundliche Bürgerkoalition hat gemeinsam mit zwei Oppositionsparteien eine Mehrheit im Sejm erreicht. Und so wird der nächste polnische Ministerpräsident wohl Donald Tusk heißen und nicht mehr Jaroslaw Kaczynski. Die Wahl war richtungsweisend, hatte doch die PiS das Land in den vergangenen acht Jahren stark umgebaut. Die von der EU heftig kritisierte Justizreform könnte nun wieder rückgängig gemacht werden, viele Frauen hoffen auch auf eine Wiedereinführung des Abtreibungsrechts. Was sind die Gründe für dieses Wahlergebnis? Wie kann es nun weitergehen? Wie wird sich das Verhältnis zur EU ändern?
10/16/202329 minutes, 57 seconds
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Zeitenwende: Die Zukunft unserer Sicherheit

Die „Zeitenwende“, mit der der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz im Vorjahr das durch den Ukraine-Krieg eingeläutete Ende unserer Nachkriegsordnung bezeichnet hat, macht ein großes Umdenken in vielen Bereichen notwendig. Nicht nur Militär, sondern auch Wirtschaft, Energiewirtschaft, Medien, Technik und Politik sind gefordert – sprich, die ganze Gesellschaft. Wie sollte sich Österreich aufstellen, was kommt auf Europa zu? In einer von der Landesverteidigungsakademie organisierten dreitägigen Konferenz für Strategie und Sicherheitspolitik wurden diese Fragen umfassend besprochen. Wir fassen Teile der Konferenz zusammen.
10/12/202329 minutes, 53 seconds
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Menschenrechte - kostbar, aber bedroht

Vor 30 Jahre, 1993, ging in Wien ein großer Kongress über die Bühne: die Weltkonferenz über die Menschenrechte, am Ende dieser Konferenz legten 171 Staaten ein Bekenntnis zur Einhaltung der Menschenrechte ab, und es wurde ein UN-Hochkommissar für ebendiese eingerichtet. Drei Jahrzehnte später sind die Menschenrechte weltweit zweifelsohne unter Druck. So etwa an den vielen Krisenherden dieser Welt, besonders auch im Zusammenhang mit den vielen Fluchtbewegungen auf der Erde, oder etwa im Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung von Menschen. Wie also steht es um die angeblich unteilbaren, universell gültigen Menschenrechte, und inwiefern wirken sich Kriege, Klimawandel und kulturelle Besonderheiten auf sie aus? Das war Thema einer Jubiläumstagung in Wien, Maria Harmer fasst die wichtigsten Punkte zusammen. - Sendung vom 10.10. 2023
10/10/202329 minutes, 47 seconds
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Live-Diskussion zum Terror in Israel

Israel steht unter Schock. Das ganze Ausmaß des schweren Angriffs der Hamas auf das Land ist immer noch nicht abschätzbar. Seit Samstag wurden tausende Raketen aus dem Gazastreifen nach Israel abgefeuert, hunderte Kämpfer der Terrororganisation sind in das Land eingedrungen. Israel befindet sich nach eigenen Angaben im Kriegszustand. Mittlerweile sollen zwar alle überfallenen Orte wieder unter israelischer Kontrolle sein, doch hunderte Israelis wurden getötet, hunderte verschleppt. Israel reagiert mit Bombardements und einer Totalblockade des Gazastreifens. Wie konnte das passieren? Welche Folgen wird dieser schwerste Angriff auf Israel seit 50 Jahren haben? Droht ein Flächenbrand in der ganzen Region? Darüber diskutieren: Muriel Asseburg, Politologin und Nahost-Expertin, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin Tim Cupal, Israel-Korrespondent des ORF Walter Posch, Militärexperte, Landes Sendung vom 9.10. 2023
10/9/202329 minutes, 52 seconds
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Bulgariens Grenze zur Türkei

Die Grenze zwischen Bulgarien und der Türkei trennte im Kalten Krieg den Ostblock von der freien Welt, heute ist sie EU-Außengrenze. Früher flohen von hier die Menschen in die Türkei, heute fliehen sie nach Bulgarien, das Mitgliedsland der EU, allerdings noch nicht im Schengenraum ist. Das Dorf Rezovo ist der südlichste Punkt an der bulgarischen Schwarzmeerküste und Grenzort. Als die strengen Grenzkontrollen nach der Wende wegfielen, hofften die Einheimischen auf die touristische Entwicklung der Region. Doch mit der Syrien-Krise kamen die Checkpoints wieder. Nun geht es um den Schutz der EU-Außengrenze. Die Zahl der verhinderten Einreiseversuche hat sich heuer gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Ein Lokalaugenschein am EU-Außenposten.
10/5/202329 minutes, 53 seconds
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Mittwochsrunde: Innenpolitische Bilanz und Ausblick

Videos, fehlgeleitete Mails, seltsame Grundstücksgeschäfte und seltsame Besuche in Afghanistan haben innenpolitisch zuletzt aufgeregt. Wir versuchen, auf den Gesamtzustand der österreichischen Innenpolitik zu schauen – am Beginn der Herbstarbeit und rund ein Jahr vor der nächsten Wahl. Mit dem Politikberater Thomas Hofer, "Profil"-Journalistin Eva Linsinger und Klaus Knittelfelder von der "Presse". - Sendung vom 4.10.2023
10/4/202329 minutes, 56 seconds
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Die Familien des Kalifats

In Zeltlagern im staubigen Norden Syriens sind einige Zehntausend Frauen und Kinder aus insgesamt 60 verschiedenen Ländern interniert. Sie haben sich einst der Terrororganisation IS angeschlossen, manche freiwillig, manche gezwungenermaßen durch ihre Männer. Viele von ihnen wollen heute vom IS nichts mehr wissen, andere vertreten dessen Ideologie noch immer vehement. Denn der IS ist zwar militärisch besiegt, doch sein Gedankengut lebt weiter. Rund 30 Länder haben bisher Frauen und Kinder zurückgeholt, andere zögern.
10/3/202330 minutes, 8 seconds
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Englands Wasserprobleme: Der Insel geht das Wasser aus

Das Klima in England ändert sich rasant, bis zu 40 Grad wurden dort bereits gemessen, und auch der typische englische Regen fällt seltener als früher. Trockene Sommer und höhere Temperaturen durch den Klimawandel sorgen dafür, dass Wasser spärlicher fließt, vor allem aber sind es die maroden Leitungssysteme, die die Wasserversorgung auf der britischen Insel gefährden. Die Wasserwirtschaft wurde vor Jahren privatisiert – mit schlimmen Folgen, denn investiert wurde zu wenig, und nun geht sehr viel Wasser durch Lecks verloren. Gleichzeitig leiten die Wasserunternehmen im großen Stil ungeklärte Abwässer in Flüsse und ins Meer, was dazu führt, dass das Schwimmen vielerorts als gesundheitsgefährdend gilt.
10/2/202329 minutes, 46 seconds
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Vergesslich, aber nicht blöd

Laut aktuellen Schätzungen leben rund 130.000 Frauen und Männer in Österreich mit Demenz. Es gibt verschiedene Formen der krankhaften Vergesslichkeit, die mit Abstand häufigste ist Alzheimer. Für die meisten Betroffenen und deren Angehörige ist die Diagnose ein Schock, hat man doch ein klares Bild von Menschen mit Demenz vor Augen: Sie sind alt, hilflos und desorientiert. Eine einseitige Darstellung, finden mehr und mehr Betroffene. Sie wollen aufzeigen, dass man noch viele Jahre in der Lage sein kann, ein aktives und selbstbestimmtes Leben zu führen. Durch ihre Berichte wollen sie gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung ankämpfen, denn diese sind oft der Grund, dass sich Menschen vor Beratung und medizinischer Behandlung scheuen und zu lange zuwarten. Das im März 2022 erstmals ausgestrahlte "Journal Panorama" von Monika Feldner- Zimmermann wurde am 27.9.2023 mit dem Journalistenpreis "Silver Living Award" ausgezeichnet.
9/28/202329 minutes, 50 seconds
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Die finnische Saunatradition

Die Finninnen und Finnen sind Weltmeister im Saunieren. Nirgendwo spielt die Sauna heutzutage eine derart große Rolle wie in Finnland. Dort gibt es kein Haus ohne Sauna, kein Schiff ohne, sogar in Kriege werden Saunazelte mitgeführt. Die Bewohner:innen Finnlands brauchen das Schwitzen für ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden, am besten täglich; und in der Sauna tauen die sonst eher schweigsamen und zurückhaltenden Menschen auf. In der Sauna wird geredet und gescherzt, auch mit Fremden. - Sendung vom 26.9.2023
9/26/202329 minutes, 47 seconds
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Ein Jahr Giorgia Meloni

Vor genau einem Jahr wurde in Italien eine Frau an die Macht gewählt, die sich selbst als „Underdog“ bezeichnet. Giorgia Meloni, Chefin der Rechtspartei Fratelli d'Italia, die ihre Wurzeln im Postfaschismus hat, führt seither eine Rechtsregierung, auf die Europa mit Sorge geblickt hat. Ein Jahr danach ist ihre außenpolitische Bilanz vorzeigbar, Meloni ging nicht auf Konfrontation mit Europa. Innenpolitisch hat ihre Koalition aber keines ihrer Versprechen von Entlastung und Entfesselung durchgesetzt. Die Migration über das Mittelmeer, die Meloni stoppen wollte, hat im vergangenen Jahr sogar massiv zugenommen. Eine Bilanz über ein Jahr Giorgia Meloni im Licht des beginnenden EU-Wahlkampfs. - Sendung vom 25.9.2023
9/25/202329 minutes, 49 seconds
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Transnationale Repression

Autoritäre Staaten verfolgen zunehmend auch im Ausland Dissidenten. Früher konnten regimekritische Aktivistinnen und Aktivisten in demokratischen Ländern Zuflucht finden. Doch in Zeiten des Internets und der sozialen Medien hat sich auch das gewandelt: Weil sich immer mehr autoritäre Regime weltweit durch Exil-Oppositionelle bedroht fühlen, die diese sozialen Medien nutzen, werden auch die Mittel, die die Staaten gegen sie einsetzen, drastischer. Um die 40 Länder, darunter China, die Türkei, Russland und arabische Staaten, verfolgen Dissidenten auch im Ausland - oder ihre zurückgebliebenen Familien zuhause. Da werden Geiseln genommen, Drohungen ausgesprochen, digitale Attacken ausgeführt; Fahndungsinstrumente von Interpol werden missbraucht, Menschen gekidnappt, Attentate verübt. Expert:innen sehen Souveränität und Menschenrechte in demokratisch verfassten Ländern durch transnationale Repression bedroht. - Sendung vom 21.9.2023
9/21/202330 minutes, 14 seconds
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Irland: Kühe im Visier des Klimaschutzes

In Irland gibt es 18.000 Milchbauern, die mehr als 9 Millionen Tonnen Milch pro Jahr produzieren. Die irische Milchwirtschaft profitiert vom feuchten, frostarmen Klima auf der „Grünen Insel“. Seit dem Wegfall der EU-Milchquote im Jahr 2015 setzt die Agrarwirtschaft konsequent auf Wachstum und Export: Ein Großteil der zu Butter, Pulver und Käse verarbeiteten Milch wird für den Weltmarkt produziert. Mehr als 1,5 Millionen Milchkühe leben auf der Insel. Doch auch in Irland nehmen aufgrund des Klimawandels Dürre und Starkregen zu. Unter Hochdruck will die rot-grüne Regierung in Dublin nun die Energie- und Verkehrswende vorantreiben. Zuletzt wurden auch radikale Schritt erwogen: die Tötung von 200.000 Kühen zum Wohle des Klimas. Die Milchbauern sind empört und fordern einen Plan, in dem ihre Anliegen berücksichtigt werden. - Sendung vom 19.9.2023
9/19/202329 minutes, 57 seconds
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Zwangsarbeiterinnen in der Schweiz

Wir schauen heute in die Schweiz - und auf ein dunkles Kapitel in der jüngeren Vergangenheit der Eidgenossenschaft. Unsere Schweizer Korrespondentin Marion Flatz-Mäser hatte die Gelegenheit, mit Frauen zu sprechen, die einst gegen ihren Willen festgehalten und zu Arbeit gezwungen worden sind. Es ging um Mädchen und junge Frauen, die, oft wegen läppischer Vorwürfe, etwa wegen sogenannten liederlichen Lebenswandels, aus ihren Familien genommen und "administrativ versorgt" wurden - so nannte man das in den 60er und 70er Jahren. Die meisten dieser tausenden jungen Frauen stammten aus schlechten sozialen Verhältnissen. Sie wurden in Heimen oder geschlossenen Anstalten untergebracht und als billige Arbeitskräfte für die Textil- und Uhrenindustrie eingesetzt, bis zur Volljährigkeit. Die entsprechenden Gesetze wurden erst 1981 abgeschafft. - Sendung vom 18.09.2023
9/18/202330 minutes, 4 seconds
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Über den Umgang mit Torf und Torfabbau

Torfmoore speichern doppelt so viel Kohlenstoff wie die Wälder dieser Welt. Trotzdem werden jedes Jahr rund 40 Millionen Kubikmeter Torf abgebaut. Der größte Teil wird als Substrat im Gartenbau eingesetzt; in Ländern wie Irland, Finnland oder Belarus wird Torf bis heute verheizt. Deutschland und Österreich zählen zu den Ländern, die die Torfnutzung möglichst bald beenden wollen und intensiv an Ersatzsubstraten forschen. Ohne eine gemeinsame Torf-Strategie zumindest auf EU-Ebene droht jedoch eine bloße Verlagerung des Problems: Die baltischen Länder exportieren immer mehr Torf; und China will mit auf russischem Torf gezogenem Gemüse den Weltmarkt erobern. - Sendung vom 14.9.2023
9/14/202329 minutes, 43 seconds
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Wieder mehr Corona-Fälle: Grund zum Handeln?

Seit dem 1. Juli ist COVID-19 keine meldepflichtige Krankheit mehr, die Corona- Maßnahmen sind aufgehoben, fast hätte man das Virus im Sommer vergessen können. Doch nun steigt die Zahl der Infektionen wieder. Man kennt im persönlichen Umfeld wieder mehr Menschen, die an Corona erkrankt sind, oft mit gar nicht so milden Symptomen. Genaue Zahlen gibt es allerdings nicht, denn nur mehr die wenigsten Menschen lassen sich testen. Wie gefährlich sind die aktuell zirkulierenden Virus-Varianten? Sollten in der kalten Jahreszeit wieder Maßnahmen wie eine Maskenpflicht eingeführt werden? Und haben die Entscheidungsträger:innen genug Überblick über die aktuelle Lage? - Sendung vom 13.9.2023
9/13/202329 minutes, 55 seconds
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30 Jahre Oslo-Abkommen

Es ist ein Bild, das sich ins kollektive Gedächtnis eingegraben hat: Zwei erbitterte Feinde, Israels Premierminister Yitzhak Rabin und PLO-Chef Yassir Arafat, schütteln Hände auf dem Rasen vor dem Weißen Haus in Washington, D.C. – dahinter, als wohlwollender Vermittler, US-Präsident Bill Clinton. Die Botschaft: Frieden im Nahen Osten ist möglich. Vor 30 Jahren, am 13. September 1993, ist es in Washington zu diesem historischen Handschlag gekommen, mit dem die Grundsatzerklärung über eine vorübergehende Selbstverwaltung der Palästinenser besiegelt worden ist. Die Erklärung ist als Oslo-Abkommen oder Oslo I in die Geschichte eingegangen. Kritiker hielten es von Anfang an für ein schlechtes und mangelhaftes Abkommen, Befürworter sahen hingegen einen möglichen ersten Schritt in Richtung eines eigenen Palästinenserstaates. 30 Jahre später sind die Hoffnungen auf Frieden und eine Zweistaatenlösung im Nahen Osten so gut wie zerschlagen. - Sendung vom 12.9.2023
9/12/202329 minutes, 53 seconds
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Chile 50 Jahre nach dem Militärputsch

Vor 50 Jahren, am 11. September 1973, klingelt in der Früh das Telefon von Salvador Allende. Der damalige Präsident Chiles erfährt, dass die Streitkräfte seines Landes gegen ihn putschen. Kurz darauf begeht der linke Politiker Suizid. Eine Militärjunta unter General Augusto Pinochet übernimmt die Macht. Die Obristen internieren und töten Tausende. Ihr politisches System, gepaart mit einer streng neoliberalen Wirtschaft, prägt Chile bis heute. Eine neue Verfassung sollte das Land 2022 von seinem Pinochet-Erbe erlösen. Der Entwurf galt international als sehr fortschrittlich. Doch eine Mehrheit der Bevölkerung Chiles stimmte dagegen. - Sendung vom 11.9.2023
9/11/202329 minutes, 51 seconds
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Herbstliches Gezerre um die Pensionen

Alljährlich im Herbst geht das Feilschen rund um die Pensionserhöhung fürs nächste Jahr los. Üblicherweise bekommen die meisten Menschen im Ruhestand, aktuell sind das etwas mehr als 2 Millionen, dann ungefähr das auf ihre Pensionen draufgeschlagen, was ihnen die Inflation zuvor weggenommen hat. Und meist bekommen die mit besonders kleinen Pensionen etwas mehr, die mit den höheren weniger, so weit, so normal in Österreich. Wird es auch heuer wieder so sein? Die kriegsbedingte Inflation, die seit dem Vorjahr alles durcheinanderwirbelt, bedeutet Probleme auch für das Pensionssystem. Fast 10 Prozent mehr für die Pensionen - das bedeutet allein im Bereich der Angestellten und Arbeiter rund 4 Milliarden Euro mehr; dazu kommen noch einmal ein paar Milliarden für Beamte und Selbständige. Kann Österreich sich das leisten - und wenn ja, wie lange noch? - Sendung vom 07.09.2023
9/7/202334 minutes, 30 seconds
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Afrika: Putsch um Putsch - und was dann?

Ende Juli putschte das Militär im Sahel-Staat Niger, einen Monat später im zentralafrikanischen Gabun. Insgesamt sieben Militärputsche hat es in den letzten beiden Jahren in Afrika gegeben, und jeder geglückte, von der Bevölkerung unterstützte Coup erhöht die Gefahr eines weiteren. Die Gründe für die Putsche sind vielfältig: Die Wut auf die korrupten und machtversessenen Machteliten, das staatliche Versagen auf nahezu allen Ebenen, die Unsicherheit, speziell in der Sahelzone, wo in einigen Regionen seit Jahren jihadistische Terrorbanden wüten. Dazu kommen große Armut und wirtschaftliche Probleme, die sich durch Klimawandel, Pandemie, Inflation und steigende Getreidepreise seit dem Ukraine-Krieg noch verschärft haben. Befeuert durch russische Propaganda, wird die ehemalige Kolonialmacht Frankreich undifferenziert für alle Missstände verantwortlich gemacht. Doch werden die Juntas irgendetwas besser machen? Steht die Demokratie in unserem Nachbarkontinent auf verlorenem Posten?
9/6/202329 minutes, 54 seconds
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Das Wunder von Neratov

In Tschechien klafft die Schere zwischen den Wohlstandsregionen und einigen ländlichen Bereichen weit auseinander. Vor allem die Gegenden im einstigen „Sudetengebiet“ – früher von den nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebenen deutschsprachigen Einwohner:innen bewohnt – gelten als strukturschwach. Sie leiden unter einer starken Abwanderung der jungen Bevölkerung. Das Problem ist mittlerweile so groß, dass der neue tschechische Präsident Petr Pavel die Regionalentwicklung zu einer seiner Prioritäten erklärt hat. Im Adlergebirge aber, gleich an der Grenze zu Polen, gibt es eine Gemeinde, die in den vergangenen Jahren aufgeblüht ist und nun als beispielhaft gilt. Hinter dem „Wunder von Neratov“ steckt in erster Linie ein engagierter Pfarrer. - Sendung vom 5.9.2023
9/5/202329 minutes, 41 seconds
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Mythos Harley Davidson

Nicht nur im Pferdesattel, auch im Motorradsattel ist der Westen erobert worden. 1903 gründeten die Brüder Davidson und ihr Freund William Harley ihre Firma in Milwaukee, Wisconsin. Ihr erstes Modell glich eher einem Fahrrad mit Stützmotor. Das Unternehmen hat die US-Armee mit Motorrädern versorgt und Rennmaschinen konstruiert. „Easy Rider“ und „Born to be Wild“ machen die Harley Davidson schließlich zum Mythos. Eines ihrer Markenzeichen ist der charakteristisch knatternde Motor. Doch wie klingt die Harley der Zukunft? Was wird aus dem Kult, wenn Elektro-Antriebe die Stahlpferde flüsterleise machen?
9/4/202328 minutes, 37 seconds
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Geoengineering: Letzte Rettung oder unkalkulierbares Risiko?

Der Klimawandel wird immer spürbarer, der heurige Juli war der heißeste in der Messgeschichte. Gleichzeitig wird es immer unwahrscheinlicher, dass die globalen Klimaziele – eine Beschränkung der Erwärmung auf 1,5 bzw. zwei Grad – erreicht werden. Als möglicher Ausweg erscheint da zumindest auf den ersten Blick das sogenannte Geoengineering. Darunter versteht man absichtliche und groß angelegte Eingriffe ins Klimasystem: zum Beispiel, indem man der Atmosphäre Kohlendioxid entzieht oder aber indem man die Sonneneinstrahlung verringert. Speziell dieses „Solar Radiation Management“ klingt verlockend, wäre es doch relativ schnell und einfach machbar – etwa durch die Ausbringung von Schwefelaerosolen in der Stratosphäre. Noch sind die Methoden zur Abkühlung der Erde unerprobt, das Interesse vieler Staaten an einer genaueren Forschung steigt aber stark. Doch zahlreiche Experten warnen vor den möglichen Folgen. Zudem wäre es Wasser auf die Mühlen der „Weiter so wie bisher“-Proponent:innen.
8/31/202335 minutes, 28 seconds
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Ecuador: Koks in Bananenkisten

Ecuador, das früher unter den lateinamerikanischen Ländern zu den eher ruhigen zählte, hat sich in den letzten paar Jahren zu einem Haupt-Drogenhandelsplatz entwickelt. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass in europäischen Häfen Kokain aus Ecuador beschlagnahmt wird. Oft kommt es in Bananenkisten hier an, so wie zuletzt bei einem gigantischen Fund in Spanien. Neuneinhalb Tonnen Kokain wurden da entdeckt. Die Nachfrage aus Europa ist riesig. Und es wird geliefert. Drogenorganisationen aus Mexiko, aber auch vom Balkan, haben sich mit früheren Straßenbanden zusammengetan. Brutal und rücksichtslos werden Menschen zur Mithilfe im Drogenhandel rekrutiert, eingeschüchtert oder umgebracht, für Kämpfe zwischen den Banden werden Auftragskiller eingesetzt. Mindestens 4500 solcher Morde gab es im Vorjahr. Der Kampf um die Drogenmilliarden überschattet auch den Präsidentschafts- und Parlamentswahlkampf, ein Kandidat wurde kurz vor dem ersten Wahlgang ermordet. - Sendung vom 28.8.2023
8/28/202329 minutes, 56 seconds
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Klingenthal: Die klingende Harmonikahauptstadt

Im Vogtland, in der äußersten Ecke Sachsens, direkt an der tschechischen Grenze, liegt das Städtchen Klingenthal. Das kennen zwar auch in Deutschland nur wenige, doch in zwei Fachwelten hat es einen besonderen Klang: Bei Schispringern und Musikern. Klingenthal ist nämlich so etwas wie eine Metropole des Harmonika-Baus. Zweimal im Jahr gibt es ein Musikfestival, in dessen Mittelpunkt einmal die Mundharmonika und das andere Mal das Akkordeon steht. Die Gegend wird deshalb auch Musikwinkel genannt. Und außerdem macht dort im Winter der Schisprung-Weltcup Station, in Zeiten von Klimakrise und Energieknappheit wird das freilich immer problematischer, denn Schnee wird rar und Strom für die Schneekanonen ist teuer. - Sendung vom 24.8.2023
8/24/202329 minutes, 24 seconds
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Eine Lanze für die Allgemeinmedizin - Sommergespräch Susanne Rabady

Hunderte unbesetzte Kassenarztpraxen in Österreich, Ärzt:innenmangel vor allem auf dem Land, schleppender Ausbau von Primärversorgungszentren: die Allgemeinmedizin ist in den vergangenen Jahren in eine immer größere Krise geraten. Susanne Rabady möchte gegensteuern. Nach 30jähriger Berufspraxis als Landärztin im niederösterreichischen Waldviertel ist sie seit 2022 die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin, zudem leitet sie das Kompetenzzentrum Allgemein- und Familienmedizin an der Karl Landsteiner Privatuniversität in Krems und ist außerdem Expertin für Covid und Long Covid. Ein erster Erfolg ist die geplante Schaffung eines Facharztes für Allgemeinmedizin; und auch sonst möchte die engagierte Ärztin die Wertschätzung für die ärztliche Primärversorgung erhöhen. Was ist zu tun? Wie kann der Beruf des Allgemeinmediziners für junge Ärzt:innen attraktiviert werden? Und steht unser Gesundheitssystem vor dem Zusammenbruch?
8/23/202329 minutes, 58 seconds
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Spitzbergen und der Klimawandel

Große Teile Spitzbergens stehen unter Naturschutz: Seit 1973 hat Norwegen verschiedene Naturparks und -reservate eingerichtet, die auch die Küstengewässer der zwischen Nordatlantik und Arktischem Ozean liegenden Inselgruppe einbeziehen. Doch der Klimawandel hat auch Spitzbergen erreicht. Das schmelzende Eis, der Anstieg des Meeresspiegels und der Verlust der Lebensräume bedrohen die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Als Wahrzeichen der Inseln gelten die rund 250 hier lebenden Eisbären. Ihnen könnte es schon bald zu warm werden. Der Klimawandel hat aber auch direkte Auswirkungen auf die Menschen in der Region. - Sendung vom 22.8.2023
8/22/202329 minutes, 35 seconds
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Indiens neuer Nationalheld

Indien spielt eine immer wichtigere Rolle auf der internationalen Bühne. Der machtbewusste Premierminister tut alles für seine Vision eines selbstbewussten, starken Indiens. Gleichzeitig will Narendra Modi Indien von den Schatten der kolonialen Vergangenheit befreien. Dafür inszeniert er besonders das Andenken an einen Nationalhelden und Unabhängigkeitskämpfer, der im Ausland kaum bekannt ist: Subhas Chandra Bose. Für viele Inder:innen hat Bose inzwischen eine größere Strahlkraft als Mahatma Gandhi. Der stand vor allem für friedlichen, gewaltfreien Protest. Bose dagegen sah Gewalt als legitimes Mittel an, um gegen die britische Kolonialmacht zu kämpfen. Er gilt als umstritten, weil er auch Unterstützung bei Hitler suchte. Die aktuelle hindu-nationalistische Regierung nutzt Bose für ihre politische Agenda. Dabei steht der Unabhängigkeitskämpfer auch für die Vision von einem freien Indien, in dem verschiedene Religionen gleichberechtigt miteinander existieren. - Sendung vom 21.8.2
8/21/202329 minutes, 56 seconds
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Scheidung nach der Silberhochzeit

Immer mehr Paare in Österreich trennen sich nach gemeinsam verbrachten Jahrzehnten. Zwischen 1985 und 2019 hat sich die Zahl der Scheidungen im Alter von über 50 fast vervierfacht – und immer öfter gehen diese „grey divorces“ von der Frau aus. Gründe für späte Trennungen gibt es viele: Kaum mehr gemeinsame Interessen, schweigendes Nebeneinander, Kommunikationsverweigerung. Vor allem Frauen beklagen mangelnde Wertschätzung durch den Partner oder verletzendes Verhalten bis hin zu physischer Gewalt. Die meisten Frauen, die gehen, wollen nicht mehr Rücksicht nehmen müssen. Für sie steht nach einem späten Aus meist die Selbstverwirklichung im Vordergrund: Allein wohnen, reisen, eventuell eine neue Partnerschaft. Für die Verlassenen kommt eine Trennung hingegen oft überraschend. Wir gehen dem Trend zur späten Scheidung auf den Grund. Die Sendung wurde im Jänner 2023 erstmals ausgestrahlt.
8/17/202329 minutes, 50 seconds
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Sommergespräch mit Kurt Kotrschal, Verhaltensbiologe und Wolfsforscher

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er in Mitteleuropa ausgerottet, nun ist der Wolf zurück. Auch in Österreich leben wieder einige Wolfsfamilien und Einzelwölfe. Doch damit ist eine hitzige Debatte entbrannt. Denn der Wolf ernährt sich nicht nur von Rehen und Wildschweinen, sondern reißt auch Schafe und Ziegen, weshalb Landwirt:innen und Jägerschaft lautstark die Möglichkeit einfordern, noch mehr Wölfe abzuschießen. Tier- und Umweltschützer:innen sehen in der Wiederansiedelung des Wolfes hingegen die Chance für gesündere Wälder und sogar für die Überwindung der Klimakrise. Wie kann ein vernünftiges Zusammenleben von Mensch und Wolf funktionieren? Sind Wolfsforscher „zu nah“ am Wolf dran, um die Debatte unvoreingenommen zu führen? Und wie gefährlich sind Wölfe wirklich? Fragen, die der Verhaltensbiologe und Wolfsforscher Kurt Kotrschal im Sommergespräch mit Monika Feldner-Zimmermann beantwortet. - Sendung vom 16.8.2023
8/16/202329 minutes, 58 seconds
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Werden unsere Kinder immer krimineller?

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der wegen einer Straftat angezeigten Kinder nahezu verdoppelt. Rund 10.500 Tatverdächtige waren im Vorjahr nicht einmal 14 Jahre alt. Auch bei den Jugendlichen haben die Strafanzeigen um ein Drittel zugenommen. Zurückgegangen sind sie hingegen bei den 18 bis 20-Jährigen. Übermäßiger Internetkonsum, Aggressionen, schwierige Familiensituationen, fehlende Lebensperspektiven, aber auch eine höhere Aufklärungsrate der Polizei lassen die Zahlen in der Kriminalstatistik hochschnellen. Auch wenn die Kinder und Jugendlichen mit 3,4 Prozent aller angezeigten Straftaten nur einen sehr kleinen Teil der Gesamtkriminalität ausmachen, der Trend zeigt deutlich nach oben. Expertinnen und Experten fordern mehr Sozialarbeit, psychologische Betreuung und vor allem mehr Bildung, damit aus den Problemen der Kinder kein Sicherheitsproblem für die Gesellschaft wird. - Sendumg vom 14.8.2023
8/14/202329 minutes, 55 seconds
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Antibiotikaresistenz: Nepals Kampf gegen die stille Pandemie

Antimikrobielle Resistenz: Darunter versteht man die Resistenzbildung von Bakterien, Viren oder Pilzen gegen Medikamente, wodurch Therapien gegen diese Keime weniger oder gar nicht mehr wirksam werden. Es ist eine schleichende Pandemie: Mindestens 1,27 Millionen Menschen starben laut einer Studie der Fachzeitschrift The Lancet allein im Jahr 2019 an den direkten Folgen von Antimikrobieller Resistenz. Werde nichts dagegen unternommen, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus einmal, werde der medizinische Fortschritt um ein Jahrhundert zurückgeworfen. Nepal ist eines jener Länder in Südostasien, die die Auswirkungen schon jetzt besonders stark zu spüren bekommen. Das Problem ist komplex, ebenso wie die Bemühungen, es in den Griff zu bekommen.
8/10/202329 minutes, 53 seconds
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Bröselnde Berge. Gespräch mit Gerald Dunkel-Schwarzenberger, VAVÖ

Astrid Plank spricht mit dem Präsidenten des Verbandes der Alpinen Vereine Österreichs, Gerald Dunkel-Schwarzenberger. In den heimischen Bergen ist der Klimawandel unübersehbar. Gletscher schmelzen rasant, Permafrost taut auf, Felsen bröseln weg. Die alpine Landschaft wird sich nachhaltig verändern und damit auch das Umfeld für sportliche Betätigung in der Höhe, fürs Wandern, Bergsteigen und Schifahren. Der Erhalt von Wanderwegen und Hütten ist unter diesen Umständen eine Herausforderung. Aber es geht auch um noch weiterreichende Themen: Sind Windräder auf den Bergen ok oder nicht? Darf man für ein Wasserkraftwerk ein Hochmoor fluten? Und wie steht es um das Zusammenleben mit Bären und Wölfen aus Sicht der Alpinen Vereine?
8/9/202329 minutes, 55 seconds
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Gewaltverherrlichung in Serbien: Eine Gesellschaft begehrt auf

Nach den Amokläufen in Serbien im Mai entstand eine der größten Protestwellen, die das Land je gesehen hat. Mehr und mehr wurde klar, dass in der serbischen Gesellschaft einiges im Argen liegt. Präsident Aleksandar Vucic hat eine Machtfülle, wie es sie in einer funktionierenden Demokratie eigentlich nicht geben dürfte. Als Reaktion auf die Amokläufe bemüht sich die Regierung, die immens vielen Waffen, die in der Gesellschaft kursieren, zu beschlagnahmen. Doch die Probleme reichen deutlich weiter. In Serbien scheint die Gewalt gesellschaftlich verankert zu sein: Fernsehshows, in denen Kriminelle und Kriegsverbrecher wie B-Promis auftreten dürfen, sind zur Normalität geworden. Die Regierung unterdrückt die Opposition und kritische Medien und hat enge Kontakte zur Unterwelt. Was ist das für eine Gesellschaft? Wie kam es dazu? Und welche Verantwortung trägt Präsident Vucic für die Zustände in Serbien?
8/8/202329 minutes, 49 seconds
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Bodenversiegelung in Österreich

Österreich ist das Land der zubetonierten Wiesen und Felder. Nicht erst seit der Aufregung um Grundstücksdeals des Gemeindebundpräsidenten für ein fragwürdiges Bauprojekt in Grafenwörth weiß man: Nirgendwo sonst in Europa wird so fleißig zubetoniert wie in Österreich. Bodenversiegelung ohne Rücksicht auf Natur und Klima ist noch immer gang und gäbe. Die Errichtung von neuen Wohnbauten, Parkplätzen, Fabrikshallen und Straßen frisst Flächen und wertvollen Ackerboden oder Grünland, das in Zeiten des Klimawandels dringend unverbaut bleiben sollte. Die Zielvorgabe des Regierungsprogramms, täglich nicht mehr als 2,5 Hektar Boden zu verbrauchen, ist bisher bei weitem verfehlt worden. Obwohl schon jahrelang über den zu hohen Bodenverbrauch in Österreich diskutiert wird, ist er bisher kaum gesunken. Einige wenige Gemeinden zeigen aber, wie es anders gehen kann und haben Flächen entsiegelt - mit erstaunlichen Folgen für Menschen, Wirtschaft und Natur.
8/7/202329 minutes, 52 seconds
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Fehmarnbelt-Tunnel: Zukunftsprojekt oder Ostsee-Sargnagel?

Ist es eine notwendige und zukunftsweisende Verbindung zwischen Skandinavien und Mitteleuropa? Oder ein riesiger Umweltskandal und der Ruin der deutschen Ferieninsel Fehmarn? Kommt darauf an, wen man fragt: Der längste Absenktunnel der Welt soll Dänemarks südlichste Insel Lolland mit Fehmarn verbinden: 18 Kilometer lang und rund sieben Milliarden Euro teuer. Ihre Insel werde ohne Not als Brückenkopf für ein gigantisches Verkehrsprojekt geopfert, klagen Menschen auf Fehmarn. Der Tunnelbau sei der letzte Sargnagel für die ohnehin stark belastete Ostsee, fürchten deutsche Umweltschützer:innen. Doch die Tunnelgegner haben alle Gerichtsverfahren verloren. Und die Naturschützer auf dänischer Seite sind sogar für das Projekt, da es mehr Verkehr auf die Schiene bringen würde, was die Umwelt entlaste. Ein Bericht über Nordeuropas größtes Infrastrukturprojekt in einer der am dichtesten befahrenen Wasserstraßen der Welt.
8/3/202329 minutes, 50 seconds
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Wie schreibt man einen Thriller? Sommergespräch mit Ursula Poznanski

Sie ist eine der erfolgreichsten Autor:innen Österreichs, hat weit mehr als zweieinhalb Millionen Bücher verkauft und schreibt jedes Jahr zwei neue, meist Thriller oder Krimis, die allesamt zu Bestsellern werden. Den Durchbruch schaffte Ursula Poznanski mit dem Jugendbuch „Erebos“, in dem ein KI-getriebenes Computerspiel eine zentrale Rolle spielt. Oft spitzt sie in ihren Werken vorhandene Entwicklungen zu Dystopien zu, stets trifft sie den Nerv der Zeit, mit ihrer Spannungsliteratur begeistert die disziplinierte Schreiberin Jung und Alt. Wie erschafft Poznanski ihre Hauptfiguren, ist Schreiben für sie Handwerk? Welchen Stellenwert sollte Literatur im Schulunterricht haben, und was will sie mit ihren Büchern erreichen? Was sagt sie zur Verrohung der Sprache in der Politik, und wieso ist sie in Deutschland bekannter als in Österreich? Fragen, die Ursula Poznanski im Sommergespräch mit Elisa Vass beantwortet.
8/2/202337 minutes, 53 seconds
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Gewaltprävention: Stoppschiuld für Gefährder?

In Österreich wurden heuer bisher 17 Frauen ermordet, die große Mehrheit fiel Femiziden zum Opfer. Ein solcher Mord ist der Extremfall von Gewalt in der Familie. Gewalt kommt in allen sozialen Schichten vor, ist unabhängig von Bildungsstand, religiöser und ethnischer Zugehörigkeit. Zum Schutz vor Gewalt darf die Polizei einem potentiellen Gefährder das Betreten einer Wohnung, in der eine gefährdete Person wohnt, für zwei Wochen verbieten. Diese Gewaltpräventionsmaßnahme wurde 2022 in Österreich mehr als 14.500 mal verhängt. 91 Prozent der Weggewiesenen sind Männer. Was aber kann man tun, um künftige Gewaltausbrüche zu verhindern? Seit eineinhalb Jahren müssen sogenannte Gefährder eine Beratungsstelle für Gewaltprävention kontaktieren und ein Anti-Gewalttraining absolvieren. Eine erste Bilanz ist vielversprechend.
8/1/202329 minutes, 53 seconds
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Schwarze Frauen in Wien

In Bezug auf Menschen aus Afrika kursieren viele Stereotype: Da geht es um Armut, Hungersnöte, illegale Migration, Kriminalität. Bei Frauen denkt man oft an sexualisierte Gewalt, nicht selten auch an Prostitution . Der Internationale Tag der afrikanischen Frauen, der seit 1962 am 31. Juli begangen wird, ist eine gute Gelegenheit, näher hinzuschauen und diesen Klischees die Identitäten und das Wirken von Frauen mit afrikanischen Wurzeln entgegenzustellen. Karin Steger hat in Wien einige dieser Frauen getroffen und sie nach ihren wesentlichen Anliegen, Wünschen und ihren Lebensrealitäten gefragt. - Sendung vom 31.7.2023
7/31/202329 minutes, 53 seconds
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Sommergespräch mit dem Leiter der ADA, Friedrich Stift

Welche Länder unterstützt Österreich bei ihrer Entwicklung, und warum? Wieviel Geld geben wir dafür aus - wieso nicht mehr? Wie reagiert man, wenn in einem Land, dem von Österreich geholfen wird, Menschenrechtsverletzungen geschehen wie zuletzt in Uganda? Der Leiter der Austrian Development Agency, Friedrich Stift, gibt Antworten auf diese Fragen, im Gespräch mit Astrid Plank.- Sendung vom 26.07.2023
7/26/202329 minutes, 56 seconds
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Ursprung Coronavirus

Die Covid-Pandemie ist offiziell vorbei. Es gibt keine Anti-Corona-Maßnahmen mehr, die nun auftretenden Krankheitsfälle sind weitgehend im Griff. Nach wie vor ist aber ungeklärt, was am Beginn der Covid-Seuche stand. Woher kam das Sars-Cov2-Virus wirklich? Von einem Wildtiermarkt in Wuhan in China, was lange die gängigste Theorie war - oder doch aus einem Labor, bei Experimenten entkommen? Einige US-Behörden wie das FBI halten das für die wahrscheinlichere Variante, Beweise dafür gibt es aber nicht.
7/25/202329 minutes, 51 seconds
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China, die USA und der Kampf um die Mikrochips

Zwischen den USA und China tobt seit Monaten eine Art Kalter Krieg um Zukunftstechnologien und Macht. Eine entscheidende Rolle dabei spielen die winzigen, leistungsfähigen Mikrochips. Sie sind essentiell für Innovationen, vor allem im Bereich der künstlichen Intelligenz, aber auch in der Raumfahrt und beim Militär. Die USA haben im vergangenen Oktober Sanktionen gegen China verhängt, um Chinas Zugang zu dieser Technologie einzuschränken – China kann einige der besonders leistungsfähigen Mikrochips noch nicht selbst herstellen. Ausgerechnet Taiwan produziert 90% dieser hochmodernen Chips, was die Spannungen zwischen der Volksrepublik und dem demokratisch regierten Inselstaat weiter anheizt. Wie viel Vorsprung haben die USA tatsächlich in dieser Technologie, und wie geht China mit den Sanktionen um?
7/24/202329 minutes, 43 seconds
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Spanien vor der Wende?

Spanien steht am kommenden Sonntag ein Wahlgang bevor, der laut Umfragen das Experiment einer linken Minderheitsregierung beenden wird. Sozialistenchef Pedro Sánchez hatte sich nach dem knappen Wahlsieg im Dezember 2019 mit der linksalternativen Unidas Podemos auf ein Regierungsprogramm geeinigt: Um Sozialreformen und feministische Gesetze durchzubringen, benötigte die Koalition die Unterstützung von linken und separatistischen Parteien – was Missfallen in der Opposition, aber auch in der sozialistischen Arbeiterpartei auslöste. Nach Verlusten für die Koalition bei den Gemeinde- und Regionalwahlen im Mai verlegte Sánchez die Parlamentswahl kurzentschlossen nach vorne. Trotz wirtschaftlicher Erfolge und internationalem Prestige droht dem Sozialistenchef bei der Sommerwahl die Niederlage.
7/20/202329 minutes, 46 seconds
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Zurück in die Schule - Quereinsteiger:innen gesucht

Sommergespräch mit der Lehrerin Sophie Blohberger So wie in vielen anderen Bereichen herrscht auch an den Schulen Personalnot. Eine anstehende Pensionierungswelle wird den Mangel an Lehrerinnen und Lehrern in den kommenden Jahren zusätzlich verschärfen. Abhilfe will Bildungsminister Martin Polaschek nun mit der Initiative „Klasse Job“ schaffen, mit der unter anderem Quereinsteiger:innen aus anderen Berufen verstärkt an die Schulen geholt werden sollen. Möglich war der Quereinstieg schon bisher. Sophie Blohberger ist vor ein paar Jahren Lehrerin geworden. Zuvor hatte sie Skandinavistik und Globalgeschichte studiert und in verschiedenen Berufen gearbeitet, unter anderem als Konditorin oder als Wissensvermittlerin in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Derzeit unterrichtet sie an einer Mittelschule in Niederösterreich. Was muss man können, um eine gute Lehrerin zu sein? Wie sinnvoll ist es, auf Quereinsteiger zu setzen? Und sind sie Lehrer:innen zweiter Klasse? - Sendung vom 19.7.2023
7/19/202332 minutes, 11 seconds
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Diplomatie in Zeiten des Krieges: Sommergespräch mit Emil Brix

35 Jahre lang war er im Diplomatischen Dienst der Republik Österreich tätig, unter anderem als Botschafter in London und Moskau. Seit 2017 ist der studierte Historiker und Anglist Direktor der Diplomatischen Akademie, der ältesten Diplomatenschule der Welt. In Kriegszeiten sind Diplomat:inn:en eher abgemeldet, Schlagzeilen machen sie derzeit nur, wenn sie wieder einmal ausgewiesen oder in eine Regierungskanzlei zitiert werden. Aber irgendwann wird die Stunde der Diplomatie wieder schlagen. Was muss man als guter Diplomat können? Wie rutschig ist das Diplomatische Parkett wirklich? Hat sich die Welt durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine verändert – und damit auch Österreichs Rolle in der Weltpolitik? Werden sich die Beziehungen der EU zu Russland in absehbarer Zeit wieder erholen? Elisa Vass spricht mit dem Direktor der Diplomatischen Akademie in Wien Emil Brix.
7/12/202338 minutes, 36 seconds
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Brandenburg: Reich an Gewässern, arm an Wasser

Brandenburg, das ostdeutsche Bundesland rund um die Hauptstadt Berlin, droht zur ersten Steppenregion Deutschlands zu werden. Das Land ist trotz vieler Seen und Flüsse besonders trocken und arm an Niederschlägen, weil der Boden sandig ist und die Feuchtigkeit nicht hält. Deswegen bekommt Brandenburg den Klimawandel in allen Auswirkungen besonders heftig und früher als andere Landesteile zu spüren. Schon jetzt beginnen Seen auszutrocknen, Bäume leiden, und Schädlinge aus fernen Ländern wandern ein. Brandenburg ist aber auch ein Land der Gärten und Parks, sowohl öffentlicher als auch privater. Hier wird bereits jetzt daran gearbeitet, sie widerstandsfähiger gegen noch mehr Hitze und Trockenheit zu machen. - Sendung vom 11.7.2023
7/11/202329 minutes, 55 seconds
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Kaschmir: Paradies mit Makeln

Es ist eine Region, deren Konfliktpotential manchmal mit dem Nahen Osten verglichen wird: Kaschmir, ein Gebiet, das seit 1947 zwischen Indien, Pakistan und der Volksrepublik China aufgeteilt ist. Gerade das indische “Unionsterritorium Jammu und Kaschmir” machte in den vergangenen Jahren immer wieder von sich reden – es war Schauplatz von Terroranschlägen und Verhaftungen. Die Aufhebung des Autonomiestatus durch die indische Zentralregierung im Jahr 2019 hat das Konfliktpotential noch erhöht. Im Rahmen von Indiens G20-Präsidentschaft, die noch bis Ende November 2023 dauert, scheint nun etwas in Bewegung zu kommen: Erstmals seit Jahren durften ausländische Journalist:innen wieder nach Kaschmir reisen. Die indische Seite bemüht sich, Kaschmir als attraktives Reiseziel zu bewerben. Dennoch lässt sich kaum verhehlen, dass unter einer glänzenden Oberfläche Unzufriedenheit, Verzweiflung und mitunter auch Wut zu finden sind.
7/10/202329 minutes, 55 seconds
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Bulgarien: Kampfplatz geopolitischer Interessen

Das Schwarze Meer ist mit dem Ukraine-Krieg Schauplatz der Konfrontation zwischen Russland und dem Westen geworden. Anrainerstaaten wie Bulgarien stehen dabei im Fokus: Die NATO-Ostflanke soll in dem EU- und NATO-Mitgliedsland verstärkt werden, doch die bulgarische Gesellschaft ist aus geschichtlichen Gründen gespalten. Das macht das Land zur zentralen Zielscheibe für die Hybridattacken des Kremls: Eifrig wird prorussische Propaganda betrieben, und Moskau-freundliche Kräfte werden gestärkt. Gleichzeitig konsolidieren sich in dem kleinen Land am Ostbalkan aber auch die proeuropäischen Kräfte. Die seit kurzem gebildete prowestliche Regierung strebt eine Vertiefung der EU-Integration an. Während die Ukraine ihr Territorium langsam zurückerkämpft, muss in Bulgarien die geopolitische Ausrichtung wiederbestätigt und die junge Demokratie gegen Gefahren verteidigt werden. - Sendung vom 6.7.2023
7/6/202329 minutes, 49 seconds
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Politische Bilanz vor der Sommerpause

Das bisherige politische Jahr ist turbulent verlaufen. Nach den Landtagswahlen im Frühjahr gibt es in drei Bundesländern eine schwarz-blaue Koalition – neben Oberösterreich nun auch in Niederösterreich und Salzburg. Dort hat es außerdem die KPÖ geschafft, in den Landtag einzuziehen. Die Wahl des neuen SPÖ-Vorsitzenden Andreas Babler war von Pannen geprägt. Und die Regierungsparteien ÖVP und Grüne beschließen vor der Sommerpause im Parlament zwar noch rund 40 Gesetze, von einer harmonischen Zusammenarbeit sind sie dennoch weit entfernt. Vor diesem Hintergrund hält sich die FPÖ in den Umfragen konstant auf Platz eins. Wie steht es um die einzelnen Parteien vor der Sommerpause? Ist generell die Zeit der Großparteien abgelaufen? Und hat der Wahlkampf für die nächste Nationalratswahl schon begonnen? Darüber diskutieren: Gernot Bauer (Profil), Peter Filzmaier (Politologe), Johannes Huber (dieSubstanz.at), Martina Salomon (Kurier). - Sendung vom 5.7.2023
7/5/202329 minutes, 58 seconds
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Salzkammergut: Das Kulturhauptstadtjahr 2024 wirft Schatten voraus

Es war eine Riesensensation, als das Salzkammergut mit der „Bannerstadt“ Bad Ischl vor dreieinhalb Jahren zu einer der Europäischen Kulturhauptstädte 2024 ernannt wurde. Nach einem rumpeligen Start mit Intendantenwechsel und heftigen internen Zwistigkeiten arbeitet das Team rund um die neue Intendantin Elisabeth Schweeger seit knapp zwei Jahren mit Hochdruck an den Vorbereitungen. Keine leichte Aufgabe: Schließlich wollen die Interessen von 23 Gemeinden, die sich zum „Kulturkammergut“ zusammenschließen möchten, berücksichtigt werden. Überschattet werden die Vorbereitungen für das Kulturhauptstadtjahr 2024 von aggressiven kommunalpolitischen Querelen in Bad Ischl. Eine neue politische Gruppierung, die Liste „Zukunft Ischl“ – die bei den Gemeinderatswahlen 2021 auf 34 Prozent der Stimmen kam – liefert sich heftige Scharmützel mit der traditionellen Ischler Bürgermeister-Partei SPÖ. Als Mediator soll nun der Stadtpfarrer einspringen. - Sendung vom 4.6.2023
7/4/202329 minutes, 58 seconds
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Ayahuasca: Hype oder Heilung aus dem Regenwald?

„Liane der Geister“ heißt Ayahuasca übersetzt, der Begriff stammt aus der indigenen Sprache der Quechua, andere sprechen von Yajé, Cipó oder Daime. Bezeichnet wird damit ein bitterer Sud aus einer Lianenart und einem Kaffeebaumgewächs der Amazonas-Region, der stark psychedelisch wirkt. Seit Urzeiten versetzen sich die Schamanen der Amazonas-Völker damit in Trance und treten in ihren Zeremonien angeblich in Kontakt mit der Natur, mit Geistern und/oder einem tieferen Bewusstsein. In Brasilien ist der Gebrauch legal. In den USA und Europa wird Ayahuasca heute allerdings vornehmlich als Droge konsumiert, oft unter dem Deckmantel der Spiritualität. Mittlerweile ist aber auch die Wissenschaft auf das Gemisch aufmerksam geworden und erhofft sich einen Durchbruch bei der Entwicklung neuer Antidepressiva. Geistersud, Droge oder Medizin? Eine Spurensuche im Grenzgebiet zwischen Peru und Brasilien.
7/3/202329 minutes, 47 seconds
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Der Untergang der Credit Suisse

Mitte Juni ist die Übernahme der zweitgrößten Bank der Schweiz durch die Nummer 1, die UBS, über die Bühne gegangen. Die Schweiz hat nun eine Megabank, die zu den 25 größten weltweit gehört. Seit Jahren hat die Schweizer Öffentlichkeit kein Ereignis mehr so bewegt wie der tiefe Fall der Credit Suisse. Eine Institution, Hausbank vieler Schweizer Unternehmen, ist untergegangen. - Sendung vom 29.06.2023
6/29/202329 minutes, 35 seconds
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West Virginia: Was kommt nach der Kohle?

Auch in den USA bemüht man sich um die Energiewende: Die Biden-Regierung will den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern beschleunigen. Möglichst schon 2035 soll mit der Kohle Schluss sein. Für die Umwelt ein Gewinn, für das Abbauland West Virginia ein riesiges Problem: Seit über 100 Jahren lebt der kleine Bundesstaat in den Appalachen vom „schwarzen Gold“, ist nach Wyoming der zweitgrößte Kohleproduzent der USA und stellt 90 Prozent seines Stroms mit Kohle her. Obwohl der Kohleausstieg mit Milliarden Fördermitteln unterstützt werden soll, können sich die Menschen vor Ort eine Zukunft ohne Kohle kaum vorstellen. Wie sieht also West Virginias Zukunft nach der Kohle aus? - Sendung vom 27.06.2023
6/27/202329 minutes, 47 seconds
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Energiewende in Deutschland

Vor zwei Jahren hat die deutsche Regierung beschlossen, dass das Land bereits 2045, nicht - wie zuvor beabsichtigt - erst 2050 klimaneutral sein sollte. Dann kam der Ukraine-Krieg und im Gefolge die Energiepreiskrise. Zudem stand die planmäßige Abschaltung der letzten drei Atomkraftwerke ins Haus. Schnell musste nach neuen Energiequellen gesucht werden. Zähneknirschend wurden Braunkohlekraftwerke länger am Netz gelassen als geplant. Flüssiggas-Terminals wurden und werden an den Küsten gebaut, um den Ausfall russischen Erdgases durch die Ostsee-Pipelines Nordstream 1 und 2 zu kompensieren. Im Gegensatz zu Österreich verfügt Deutschland bei weitem nicht über so viel Wasserkraft, und dennoch stammt bereits fast die Hälfte des Stroms im Netz aus erneuerbaren Energien. Ist die deutsche Energiewende also eine Erfolgsgeschichte -oder muss man Angst um die Energieversorgung haben?
6/26/202329 minutes, 49 seconds
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Mythos und Zankapfel Neutralität

Für die einen ist sie sakrosankt, für die anderen obsolet: Seit dem Ukraine-Krieg wird wieder verstärkt über die österreichische Neutralität diskutiert. Finnland ist im April der NATO beigetreten, Schweden will bald folgen. Damit sind in der EU außer Österreich nur noch drei Inseln keine NATO-Mitglieder: Irland, Zypern und Malta. Doch in Österreich gibt es keine ernsthaften Bestrebungen, die Neutralität zu überdenken. Zahlreiche Militärexpert/innen fordern zwar eine ergebnisoffene Debatte über die Sicherheitspolitik. Sie möchten auch, dass endlich klar ausgesprochen wird, dass die Neutralität durch den EU-Beitritt ohnehin weitgehend außer Kraft gesetzt wurde. Doch außer den NEOS halten alle Parteien an der Neutralität fest, wohl auch deshalb, weil die Mehrheit der Bevölkerung sie als identitätsstiftend empfindet. Mit der Anhebung der Verteidigungsbudgets soll Österreichs Wehrhaftigkeit verbessert werden. Doch ist die Neutralität nach wie vor die beste Option für unser Land?
6/22/202334 minutes, 39 seconds
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Gendern: Wahnsinn oder Gleichberechtigung?

Sternchen, Binnen-I und Glottisschlag: Selten wird eine Debatte so emotional geführt wie jene über das Gendern. Die einen sehen darin reinen Sprachterror und eine Verhunzung des Deutschen. Für die anderen ist es völlig inakzeptabel, dass die sprachliche Sichtbarmachung von Frauen nicht längst selbstverständlich ist. Aktuell liegt ein „Anti-Gendern“-Volksbegehren zur Unterschrift auf, das die Debatte neuerlich entfacht. Soll verpflichtend gegendert werden? Wie und wo soll gegendert werden? Und warum regt das Thema so auf? - Sendung vom 21.06.2023
6/21/202329 minutes, 55 seconds
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Umstrittenes Lithium-Projekt in Serbien

Lithium ist ein begehrtes Leichtmetall, ohne das nach dem aktuellen Stand der Technik unsere moderne Welt nicht funktioniert - kein Smartphone, kein Elektro-Auto. Lithium ist daher ein begehrtes Gut, seine Gewinnung aber auf der ganazen Welt mit Problemen verbunden. Der Abbau ist umweltschädlich, derzeit findet er vor allem in Australien, in Asien und Südamerika statt. Die EU will nun selbst groß in die Produktion von Lithiumbatterien einsteigen, und dazu unterstützt sie auch ein Minenprojekt des Bergbaukonzerns Rio Tinto im Westen Serbiens. Geplant ist dort die bisher größte Lithiummine in Europa. Biologen und Umweltschützer schlagen allerdings Alarm: Die Mine in einem teils geschützten Gebiet würde Flora und Fauna massiv schädigen. Die EU verlagere schmutzige Produktionsprozesse an die eigene Peripherie. Nach landesweiten Protesten liegt das Projekt in Serbien aktuell auf Eis, hinter den Kulissen wird aber weiter verhandelt. - Sendung vom 20.6.2023
6/20/202330 minutes, 17 seconds
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Nordkosovo: Wie gefährlich sind die Unruhen?

Seit Wochen gibt es im Norden des Kosovo Unruhen, geraten ethnische Serben und Albaner aneinander. Auslöser waren die Bürgermeisterwahlen, albanischstämmige Gewählte wurden daran gehindert, ihr Amt anzutreten. Nur rund fünf Prozent der kosovarischen Bevölkerung, etwa 100 000 Menschen, sind Serben, aber in einigen Gemeinden im Norden stellen sie die Bevölkerungsmehrheit. Wieso boykottieren sie mit so viel Gewalt jegliche Strukturen, die die Regierung in Prishtina schaffen will? Welche Rolle spielen dabei Serbien und dessen Präsident Aleksandar Vucic? - Sendung vom 19.06.2023
6/19/202329 minutes, 52 seconds
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Geht uns das Trinkwasser aus?

Österreich gilt als Wasserparadies. Doch auch hierzulande häufen sich Dürre und Hitze. Schmale Schneestreifen als Piste und ausgetrocknete Seen und Bäche führen uns vor Augen, dass die Klimakrise auch vor Österreich nicht Halt macht. Der für Wasserwirtschaft zuständige Minister, Norbert Totschnig, lässt aktuell einen Vorsorge- und Notfallplan für eine sichere Trinkwasserversorgung ausarbeiten. In einigen Ländern und Gemeinden wird laut darüber nachgedacht, das Befüllen von Pools und das Bewässern von Gärten zu beschränken. Wird das Trinkwasser im wasserreichen Österreich knapp? Droht ein Nutzungskonflikt mit der Landwirtschaft und der Industrie? Und was tun Gemeinden und Wasserversorger, um Engpässe beim Trinkwasser zu verhindern? Ein Lokalaugenschein in mehreren Bundesländern. - Sendung vom 15.06.2023
6/15/202329 minutes, 56 seconds
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Ukraine: Kriegswende in Sicht?

Seit mehr als 15 Monaten verteidigt sich die Ukraine nun schon gegen die russischen Angreifer. Seit kurzem ist eine Gegenoffensive der ukrainischen Streitkräfte an der mehr als 1000 Kilometer langen Frontlinie im Gange; Kiew meldet erste Gebietsgewinne, wie erfolgreich die Offensive letztlich verlaufen wird, lässt sich aber noch nicht sagen. Gleichzeitig verschlechtern sich die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen weiter. Moskau hat die Stationierung taktischer Atomwaffen im verbündeten Belarus ab Juli angekündigt. Die Stimmen derer, die einen möglichst baldigen NATO-Beitritt der Ukraine fordern, werden immer lauter. Dafür zeichnet sich aber vor dem NATO-Gipfel in Vilnius noch keine Einigkeit innerhalb der NATO-Mitglieder ab. Welchen Einfluss hat die Zerstörung des Kachowka-Staudamms auf die Kämpfe? Wie lange kann der verlustreiche Krieg noch dauern? Und würde ein NATO-Beitritt der Ukraine Europa sicherer machen? Eine Expertendiskussion.
6/14/202329 minutes, 54 seconds
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Bhutan: Reise ins Land des Glücks und des Donnerdrachens

Bhutan wurde jahrzehntelang von Österreich unterstützt. Nun zieht sich die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit aus dem Himalaya-Land zurück, denn es ist nun in die Gruppe der besser entwickelten Staaten, der "Middle-Income-Countries", aufgestiegen. Das "Land des Donnerdrachens", wie es in der Landessprache heißt, ist noch immer nicht reich, doch niemand muss hungern, Gesundheits- und Bildungsversorgung sind kostenlos. Mittlerweile zieht es allerdings viele Junge ins Ausland- auch wenn es dort nicht das Bruttonationalglück gibt: Darauf wird in Bhutan geachtet. Für den Staat zählt also nicht nur die wirtschaftliche Stärke, sondern auch das psychische Wohlbefinden seiner Menschen, die intakte Umwelt und anderes mehr.
6/13/202329 minutes, 50 seconds
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Tabuthema Abtreibung: Erlaubt Malta nun doch den Schwangerschaftsabbruch?

Auf Malta ist Abtreibung verboten, der Inselstaat hat eines der strengsten Gesetze weltweit. Schlagzeilen hat der Fall einer Amerikanerin gemacht, die nach Spanien ausgeflogen werden musste, weil sich trotz einer lebensbedrohenden Schwangerschaftskomplikation keine medizinische Hilfe für sie finden ließ. Nun möchte die Regierung das strenge Verbot etwas lockern, Ärztinnen und Ärzte sollen künftig eingreifen dürfen, wenn das Leben der Mutter auf dem Spiel steht. Derzeit drohen ihnen dafür bis zu vier Jahre Haft. Schwangerschaftsabbruch nach Vergewaltigung oder Inzest soll weiter verboten bleiben. In der Abtreibungsfrage ist das – sehr katholische - kleinste Land der EU aber weiterhin stark gespalten. Das zeigt sich auch daran, dass die Gesetzesänderungen zwar bereits im Dezember im Parlament angenommen wurden, aber seither nichts mehr passiert ist. - Sendung vom 12.6.2023
6/12/202329 minutes, 56 seconds
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Die Bronx: Vom Klischee-Ghetto zum hippen Stadtteil

In den 1970er Jahren gingen in der Südbronx Hunderte von Gebäuden in Flammen auf. 90 Prozent der Wohnhäuser wurden vernichtet. Die Politiker schoben die Schuld den armen Bewohnern zu. Die Feuerwehr kam nicht mehr nach, sollte sie auch nicht. Denn die Stadtplaner wollten Bronxites - großteils Einwanderer und Einwanderinnen aus Afrika und Lateinamerika – vertreiben, um Wohnraum für die Reichen aus Manhattan zu schaffen. Doch die Menschen in dem New Yorker Viertel direkt nördlich von Manhattan hielten zusammen – und hatten letztlich Erfolg. Längst brennt die Bronx nicht mehr, der Hip Hop feiert hier, in seiner Wiege, seinen 50. Geburtstag. Doch kämpfen, das tun die Bewohner eines der strukturschwächsten Stadtteile der USA noch immer: Gegen die Armut, vor allem aber gegen das Stigma und die Gentrifizierung. Denn der einstige Problembezirk hat sich gewandelt. Schicke Apartmenthäuser sollen eine neue Klientel anlocken und die Bewohner fürchten, ganz ohne Feuer vertrieben zu werden.
6/7/202329 minutes, 43 seconds
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Diskussion zum SPÖ-Chaos

Der SPÖ-Parteitag hat ein anderes Ergebnis erbracht als vor zwei Tagen verkündet: Nicht Hans Peter Doskozil, sondern Andreas Babler ist neuer Parteivorsitzender. Eine peinliche Panne, Chaos pur. Wie konnte das passieren? Eine Diskussion mit Robert Stein, dem ehemaligen Leiter der Wahlbehörde im Innenministerium und SPÖ-Mitglied, Robert Stein; mit Peter Filzmaier, Politiwissenschafter, und Anna Thalhammer, Chefredakteurin Profil. Sendung vom 5.6.2023
6/5/202330 minutes, 28 seconds
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Frauen am Arbeitsmarkt: Warum sind sie benachteiligt?

Die Wirtschaft klagt über Arbeits- und Fachkräftemangel, doch zuletzt sind die Arbeitslosenzahlen wieder leicht angestiegen. Noch mehr Frauen als bisher in Beschäftigung zu bringen, ist ein anerkanntes Ziel. Es mangelt aber noch immer an den Rahmenbedingungen: Zum einen ist das Kinderbetreuungsangebot vielerorts zu wenig flexibel, um Frauen auch Vollzeitarbeit zu ermöglichen; zum anderen erledigen Frauen noch immer den größeren Teil an sogenannter Care-Arbeit: Sie kümmern sich also um alle in der engen und weiteren Familie, vom Baby bis zu den pflegebedürftigen Verwandten und schupfen auch noch überwiegend den Haushalt. Kein Wunder, dass sie zusätzlich nicht noch eine 40 Stunden-Woche schaffen. Dazu kommen verfestigte Rollen- und Berufsbilder auch in den Köpfen vieler Frauen, gegen die anzukämpfen dem sprichwörtlichen Kampf gegen Windmühlen gleicht. Eine Bestandsaufnahme auf dem hiesigen Arbeitsmarkt. - Sendung vom 5.6.2023
6/5/202329 minutes, 59 seconds
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Vom Guerillero zum Wanderführer - Öko-Tourismus in Kolumbien

Kolumbien assoziieren viele mit politischer Gewalt, mit Drogenhandel und vielleicht noch mit Kaffee. Doch das Land im nördlichen Südamerika hat weit mehr zu bieten als Kokain, Auftragsmörder und Guerilleros. Seit 2016 das Friedensabkommen zwischen der Regierung und der Rebellenorganisation FARC unterzeichnet wurde, sind weite Landesteile für den Tourismus zugänglich geworden. Besonders groß ist das Potential für nachhaltigen Ökotourismus. Denn während des bewaffneten Konflikts sind viele Naturparadiese von Abholzung oder Vergiftung durch Ölförderung oder Bergbau verschont geblieben. Überall schießen kleine private Initiativen aus dem Boden und vermitteln urige Herbergen, romantische Wanderungen, Vogelbeobachtung oder Touren für Extremsportler. Eine Sendung in memoriam Ralf Leonhard
6/1/202330 minutes, 34 seconds
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Homosexuellenverfolgung in Uganda

5/30/202331 minutes, 5 seconds
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Spanien: Testwahl für den Hoffnungsträger der europäischen Linken

2023 ist ein „Superwahljahr“ in Spanien: Es beginnt am 28. Mai mit Regionalwahlen in 12 von 17 Regionen, zusätzlich werden in vielen Gemeinden Bürgermeister/innen gewählt, darunter in den Metropolen Madrid und Barcelona. Damit wird der Urnengang zur Testwahl, die Aufschluss über die politische Stimmung im Land geben wird. Ende des Jahres wird es auch für die amtierende Linkskoalition unter dem sozialistischen Premierminister Pedro Sánchez ernst: Die Wahlberechtigten werden ihr Urteil über das Bündnis der Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) mit der radikalen Linksgruppierung Unidas Podemos fällen. Der Sozialistenchef hatte Ende 2019 ein Bündnis mit den ungeliebten Linkspopulisten geschmiedet, um eine neuerliche Wahlwiederholung zu vermeiden. Das Klima ist schon ein halbes Jahr vor der Parlamentswahl angeheizt, in der Kampagne für die Regional- und Gemeindewahlen spielt auch die Weltpolitik eine gewichtige Rolle. - Sendung vom 25.5.2023
5/25/202329 minutes, 57 seconds
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Aufwachsen in einer digitalisierten Welt

Seit einigen Jahren schon ist es ein vertrauter Anblick: in Öffentlichen verkehrsmitteln oder auf der Straße sieht man Klein- und Kleinstkinder mit Handies oder anderem digitalen Spielgerät in der Hand. Die digitalen Medien sind längst im Kinderzimmer angekommen. Das kann man beklagen, aber kaum rückgängig machen. Freilich ist nicht alles daran schlimm, dass Kinder und Jugendliche heute ganz selbstverständlich mit Apps, elektronischen Geräten, dem Internet umgehen. Chatten, posten, surfen, zocken- also spielen: das ist ihre Welt. Wie die digitalen Gefahren, aber auch Möglichkeiten einzuschätzen sind, damit hat sich kürzlich eine Tagung in Salzburg beschäftigt. Sie wurde von der Vereinigung "Politische Kindermedizin", einer Gruppe von engagierten Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzten, Psychiatern und anderen Berufsgruppen, veranstaltet.- Sendung vom 24.05.2023
5/24/202329 minutes, 47 seconds
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Doskozil gewinnt die SPÖ-Mitgliederbefragung: Was nun?

Hans Peter Doskozil gewinnt die Mitgliederbefragung der SPÖ. Das Ergebnis fiel allerdings denkbar knapp aus: Doskozil kam auf 33,7 Prozent, der Zweitplatzierte Andreas Babler auf 31,5 Prozent, die amtierende Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner landete mit 31,4 Prozent auf dem dritten Platz. Ist das nun eine endgültige Entscheidung für den künftigen Parteivorsitz? Sind damit die Querschüsse und Streitereien innerhalb zu Ende? Und was bedeutet das Ergebnis für die künftige Ausrichtung der Partei? Diskussion mit Eva Linsinger (Profil), Walter Hämmerle (Kleine Zeitung) und Politikberater Thomas Hofer. Sendung vom 22.5.2023
5/22/202330 minutes, 2 seconds
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Klimaschädlich, aber unentbehrlich? Über den Umgang mit Torf und Torfabbau

Torfmoore speichern doppelt so viel Kohlenstoff wie die Wälder dieser Welt. Trotzdem werden jedes Jahr rund 40 Millionen Kubikmeter Torf abgebaut. Der größte Teil wird als Substrat im Gartenbau eingesetzt; in Ländern wie Irland, Finnland oder Belarus wird Torf bis heute verheizt. Deutschland und Österreich zählen zu den Ländern, die die Torfnutzung möglichst bald beenden wollen und intensiv an Ersatzsubstraten forschen. Ohne eine gemeinsame Torf-Strategie zumindest auf EU-Ebene droht jedoch eine bloße Verlagerung des Problems: Die baltischen Länder exportieren immer mehr Torf; und China will mit auf russischem Torf gezogenem Gemüse den Weltmarkt erobern.
5/17/202329 minutes, 44 seconds
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Türkei: Der Wahlkampf geht in die nächste Runde

Die Türkei hat gewählt, aber es gibt keinen Sieger – kein Präsidentschaftskandidat hat über 50% erreicht– und so müssen Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan von der konservativ-islamischen AKP und sein Herausforderer Kemal Kilicdaroglu von der kemalistischen Oppositionspartei CHP am 28. Mai in eine Stichwahl. In nahezu allen Umfragen war Kilicdaroglu vorne gelegen. Wie ist dieses unerwartete Ergebnis zu erklären, was für ein Wahlkampf kommt nun auf die Türkei zu, und ist Erdogan der Sieg noch zu nehmen? Diskussion mit Georg Karabaczek, ehemaliger österreichischer Wirtschaftsdelegierter in der Türkei Cengiz Günay, Direktor des Österreichischen Instituts für Internationale Politik Katharina Wagner, ORF-Korrespondentin in der Türkei Diskussionsleitung: Elisa Vass
5/15/202329 minutes, 56 seconds
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75 Jahre Israel: Land der Gegensätze, Land der Hoffnung

Am 14. Mai 1948 verliest David Ben-Gurion in einem kleinen Haus im Herzen von Tel Aviv die Unabhängigkeitserklärung Israels - nur wenige Jahre nach der Shoa, der Massenvernichtung jüdischen Lebens durch die Nazis. Es ist der Beginn einer wechselvollen Geschichte: Entbehrungen, Kriege, das Scheitern aller Kompromissversuche mit der Palästinenserführung - aber auch wirtschaftlicher Aufschwung und die politische und militärische Vorherrschaft in der Region. 75 Jahre nach der Staatsgründung durchlebt das kleine Land die schwerste innenpolitische Krise seiner kurzen Geschichte - der Kampf gegen den Umbau der Justiz treibt Woche für Woche hunderttausende Menschen auf die Straßen; die Gesellschaft in Israel ist heute polarisiert wie noch nie und auf der Suche nach der eigenen Identität. Für die Palästinenser/innen scheint der Traum auf einen eigenen Staat in dem von Israel seit 1967 besetzten Westjordanland und in Gaza längst ausgeträumt.
5/11/202329 minutes, 48 seconds
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Wolf und Bär in unseren Wäldern: Wie gefährlich sind sie?

Schafrisse, Wolfssichtungen, eine tödliche Bären-Attacke im Trentino: Die großen Beutegreifer sind zurück in unseren Wäldern. Wie gefährlich sind sie für Mensch und Nutztier? Viele Bauern klagen und verlangen, dass mehr Wölfe abgeschossen werden; Tierschützer sagen, die wilden Tiere müssten wieder Platz haben bei uns. Es diskutieren: Albin Blaschka, Österreichzentrum Bär-Wolf-Luchs Josef Moosbrugger, Präsident der Österreichischen Landwirtschaftskammer Christian Pichler, WWF - Sendung vom 10.5. 2023
5/10/202329 minutes, 59 seconds
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20 Jahre Erdogan - vom Aufbruch zur Autokratie

Am 14. Mai sind rund 64 Millionen Türkinnen und Türken dazu aufgerufen, einen Präsidenten und die Abgeordneten ihres Parlaments zu wählen. Es ist eine richtungsweisende Wahl, eine Abstimmung über den starken Mann im Land: Seit 20 Jahren regieren Recep Tayyip Erdogan und seine Partei AKP. Spätestens seit dem Putschversuch 2016 führt Erdogan die Türkei mit harter Hand. Während seine Kernwählerschaft ihm nach wie vor blind vertraut, ist der Unmut vieler anderer im Land in den vergangenen Jahren massiv gestiegen: Junge Menschen sehen keine Perspektive in der Türkei, Journalisten werden massiv unter Druck gesetzt und verfolgt, nicht nur Kurdinnen und Kurden verurteilen Willkürjustiz. Und das Erdbeben im Februar in der Südosttürkei hat ein ohnehin wirtschaftlich kriselndes Land enorm erschüttert. Viele Menschen in der Türkei hoffen auf ein Ende der Ära Erdogan. Laut Umfragen wird das Rennen zwischen Erdogan und seinem Herausforderer Kemal Kiliçdaroglu von der größten Oppositionspartei CHP z
5/9/202329 minutes, 51 seconds
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Die ungewisse Zukunft der kurdischen Autonomie in Nordost-Syrien

In Syrien herrscht seit 12 Jahren ein komplizierter Konflikt mit vielen Beteiligten. Seit 10 Jahren gibt es im Nordosten eine autonome Administration, bekannt unter dem kurdischen Namen „Rojava“. In den rund 50.000 Quadratkilometer großen, de facto autonomen Gebieten der kurdischen Selbstverwaltung leben etwa viereinhalb Millionen Menschen: Kurden, Araber, Armenier, Assyrer und Jesiden - und zusätzlich hunderttausend Vertriebene als Folge des Krieges in Syrien. Nicht zu vergessen die Gefängnisse und Camps mit IS-Anhängern und IS-Angehörigen. Die größte Bedrohung für die kurdische Selbstverwaltung in Syrien ist die Türkei. Denn aus türkischer Sicht handelt es sich bei den kurdischen Streitkräften um den syrischen Arm der in der Türkei und Europa als Terrororganisation verbotenen PKK. Eine Reportage aus Rojava.
5/8/202329 minutes, 51 seconds
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"Meaoiswiamia": Bilanz der Leipziger Buchmesse

Was hat der Gastland-Auftritt Österreichs bei der Leipziger Buchmesse gebracht? Das Motto lautete "meaoiswiamia" - haben das alle verstanden, und was sollte das überhaupt bedeuten? Rund 200 Verlage aus Österreich und ebensoviele Autorinnen und Autoren waren in Leipzig zu Gast. Stefan May zieht Bilanz.
5/4/202329 minutes, 49 seconds
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Vor der Krönung von Charles III.

Am Samstag wird in London King Charles der Dritte gekrönt. König ist er ja schon seit dem Ableben von Queen Elizabeth im September, nun folgt also der Krönungsakt, den es so in Europa sonst nicht mehr gibt. Andere Monarch/inn/en werden inthronisiert, ohne das Ritual mit Krone, Szepter und allerlei anderen Insignien der Macht und Würde und Gottgesandthiet. Allzuviel Brimborium wollte Charles bei seiner Krönung aber ohnehin nicht haben - er weiß gut genug, dass die Monarchie bei weitem nicht mehr so unbestritten ist wie noch zu Zeiten seiner Mutter, die 1953 gekrönt worden ist. In Großbritannien macht sich zunehmende Skepsis gegenüber dem Königtum breit; ob Charles' Sohn und Enkel, William und George, dereinst auch noch auf dem Thron sitzen werden, ist unsicher.
5/3/202329 minutes, 58 seconds
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Kraftwerk Kaunertal: Umweltsünde oder Klimaprojekt?

Für die Energiewende werden Solar- und Windenergie stark angekurbelt. In welchem Ausmaß auch Wasserkraft in Österreich noch ausgebaut werden kann, daran scheiden sich die Geister. So sorgt in Tirol ein großes Wasserkraftprojekt für Unmut. Ein bestehendes Kraftwerk im Kaunertal soll ausgebaut und dafür das auf 2300 Meter Seehöhe liegende Platzertal abgesperrt und geflutet werden. Naturschützerinnen und Almbauern sind entsetzt: Das Platzertal ist ein ruhiges Hochtal, das von Wanderern und als Almweide genutzt wird; mit seltenen Mooren, bedrohten Pflanzen und Tierarten. Die Ableitung von Wasser aus Gletscherflüssen könnte die Trockenheit im Sommer noch verstärken, und der bestehende Stausee wird ohnehin schon von manchen als gefährlich eingechätzt: Die Hänge des Gepatsch-Speichers seien instabil. Landesregierung und TIWAG halten am Projekt aber fest und argumentieren mit der nötigen Energiewende. Bald soll die Umweltverträglichkeitsprüfung losgehen. - Sendung vom 2.5.2023
5/2/202329 minutes, 54 seconds
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Das Trauma von Ahmici

Am 16. April 1993 wurde eines der schlimmsten Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg verübt: Das Massaker von Ahmici. 116 bosniakische Zivilist/innen wurden in dem Dorf in der Gemeinde Vitez von bosnisch-kroatischen Soldaten erschossen, darunter viele Frauen und Kinder; die Moschee wurde gesprengt. Ziel war die ethnische Säuberung des Gebiets, das Teil eines Großkroatiens werden sollte. 30 Jahre nach dem Massaker ist Adnan Zec an den Ort seiner Kindheit zurückgekehrt. Der heute 43jährige wurde damals schwer verletzt und musste miterleben, wie seine Eltern und seine Schwester getötet wurden. Die Massaker von Butscha oder Borodjanka im Ukraine-Krieg haben ihn an die Grauen von damals erinnert und das Trauma wieder aufleben lassen. Dennoch versucht er, die Hoffnung nicht zu verlieren. Heute lebt Adnan Zec in den Niederlanden. Seine Erlebnisse von damals hat er, zusammen mit dem ehemaligen österreichischen UN-Sonderermittler für Ahmici, Thomas Obruca, in einem Buch niedergeschrieben.
4/25/202330 minutes, 5 seconds
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Das war der Salzburger Wahlkampf

2023 ist eine Art Superwahljahr: Nach Niederösterreich und Kärnten wählt nun auch Salzburg einen neuen Landtag. Nicht weniger als acht Listen treten landesweit an. Die ÖVP steht mit Wilfried Haslauer als Landeshauptmann seit 10 Jahren an der Spitze des Landes. Laut den Umfragen wird das auch so bleiben, auch wenn der ÖVP Verluste drohen. Um den zweiten Platz ringen zwei Parteien: Die SPÖ mit Newcomer David Egger an der Spitze und die FPÖ mit Frontfrau Marlene Svazek. Grüne und Neos regieren bisher in der sogenannten Dirndl-Koalition – also einer Regierung mit den Farben schwarz, grün, rosa - gemeinsam mit der Volkspartei. Das könnte sich aber ändern, beide Parteien schwächeln laut den Umfragen. Stattdessen stehen die Chancen auf Landtagseinzug für die Kommunistische Partei gut. - Sendung vom 20.04.2023
4/20/202329 minutes, 43 seconds
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Das war der Salzburger Wahlkampf

2023 ist eine Art Superwahljahr: Nach Niederösterreich und Kärnten wählt nun auch Salzburg einen neuen Landtag. Nicht weniger als acht Listen treten landesweit an. Die ÖVP steht mit Wilfried Haslauer als Landeshauptmann seit 10 Jahren an der Spitze des Landes. Laut den Umfragen wird das auch so bleiben, auch wenn der ÖVP Verluste drohen. Um den zweiten Platz ringen zwei Parteien: Die SPÖ mit Newcomer David Egger an der Spitze und die FPÖ mit Frontfrau Marlene Svazek. Grüne und Neos regieren bisher in der sogenannten Dirndl-Koalition – also einer Regierung mit den Farben schwarz, grün, rosa - gemeinsam mit der Volkspartei. Das könnte sich aber ändern, beide Parteien schwächeln laut den Umfragen. Stattdessen stehen die Chancen auf Landtagseinzug für die Kommunistische Partei gut. - Sendung vom 20.04.2023
4/20/202329 minutes, 44 seconds
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Antibiotikaresistenz: Nepals Kampf gegen die schleichende Pandemie

Antimikrobielle Resistenz: Darunter versteht man die Resistenzbildung von Bakterien, Viren oder Pilzen gegen Medikamente, wodurch Therapien gegen diese Keime weniger oder gar nicht mehr wirksam werden. Forschende bezeichnen sie als schleichende oder stille Pandemie: Mindestens 1,27 Millionen Menschen starben laut einer Studie der Fachzeitschrift The Lancet allein im Jahr 2019 an den direkten Folgen von Antimikrobieller Resistenz. Das sind mehr Todesfälle, als etwa durch HIV oder Malaria verursacht werden. Werde nichts dagegen unternommen, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus einmal, werde der medizinische Fortschritt um ein Jahrhundert zurückgeworfen. Nepal ist eines jener Länder in Südostasien, die die Auswirkungen schon jetzt besonders stark zu spüren bekommen. Das Problem ist komplex, ebenso wie die Bemühungen, es in den Griff zu bekommen.
4/18/202332 minutes, 7 seconds
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Seidenstraße mit Umleitung

Vor genau zehn Jahren hat die chinesische Regierung das Projekt Neue Seidenstraße, die so genannte Belt and Road-Initiative, ins Leben gerufen – mit dem Ziel, den Warenaustausch zwischen dem Reich der Mitte und Europa mit der Eisenbahn durchzuführen. Der Transport auf der Schiene ist billiger als mit dem Flugzeug und schneller als mit dem Schiff. In den vergangenen Jahren hat sich das Projekt kontinuierlich weiterentwickelt, aber seit Russland den Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hat, läuft es auf der Seidenstraße deutlich holpriger. Zwar besteht der Transit zwischen Europa und China durch Russland trotz Sanktionen weiterhin, doch wollen viele Unternehmen ihre Waren nicht mehr auf dieser Route transportieren lassen.
4/17/202329 minutes, 55 seconds
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Sexualkunde an Österreichs Schulen: Wenn Aufklärung unbefriedigend ist

1970 wurde in Österreich die Sexualerziehung im Schulunterricht verankert. Ziel war und ist es, Heranwachsenden - altersadäquat und das Elternhaus ergänzend - biologische und anatomische Grundlagen zu vermitteln und Themen rund um Liebe, Sex, Verhütung, aber auch Missbrauch oder Belästigung zu besprechen - und zwar an allen Schulen, die in staatlicher Verantwortung sind. Das gelingt aber auch nach mehr 50 Jahren bei weitem nicht immer. Vier Fünftel der Kinder und Jugendlichen werden in Sexualpädagogik von den Klassen-Lehrer/innen unterrichtet, die sich oft nicht ausreichend ausgebildet oder einfach nicht wohl in dieser Rolle fühlen. Ein Fünftel der Schülerinnen und Schüler werden von Externen in Sexualkunde unterrichtet. Fünf Jahre nach der Aufregung über einen Verein, der in der Kritik stand, allzu konservative Denkweisen propagiert zu haben, soll es jetzt Veränderungen geben: Ein neues Konzept des Bildungsministeriums soll die Kompetenz der Vortragenden sicherstellen.
4/13/202332 minutes, 23 seconds
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Der Wiederaufbau von Notre Dame - Vier Jahre nach dem Brand

Vor vier Jahren, am 15. April 2019, hat Notre Dame von Paris gebrannt. Das Dach und der Vierungsturm der weltberühmten Kathedrale stürzten ein, und stundenlang war nicht klar, ob überhaupt die Mauern des 800 Jahre alten Bauwerks standhalten würden. Doch Notre Dame hat den Brand überstanden und soll in gut eineinhalb Jahren wiedereröffnet werden. Viele Menschen waren damals erschüttert, nicht nur in Frankreich. Denn Notre Dame ist für viele mehr als nur ein prächtiges altes Gebäude, eine Kirche aus dem Mittelalter, ein gotisches Meisterwerk. Es ist sozusagen ein Kulminationspunkt, der die sogenannte abendländische Kultur symbolisiert. Entsprechend war die Resonanz auf den Brand aus vielen Ländern; Hunderte Millionen Euro an Spenden für den Wiederaufbau wurden zugesagt, den Präsident Macron voller Pathos auch unmittelbar nach der Brandnacht versprochen hat. Wie steht es nun um die Renovierung?
4/11/202329 minutes, 57 seconds
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Machtkampf im Südpazifik

Die Inseln im Pazifik sind für viele Europäerinnen und Europäer so etwas wie DER Traum vom Paradies. Blaues Meer, viel Sand und Strand, Palmen... so stellt man sich das vor und so schaut es auch tatsächlich häufig aus auf den Fidschi-Inseln, auf Tonga, Samoa, Bora Bora oder Tahiti. Freilich: das Idyll ist längst bedroht. Durch den Klimawandel und den steigenden Meeresspiegel sowieso, der die niedrig gelegenen Inseln zu verschlucken droht. Aber einzelne Inselstaaten haben auch politische Herausforderungen zu bestehen. So etwa die Salomonen und Fidschi. Es geht um Einfluss und geostrategische Positionierung, zwischen dem Westen, vor allem den USA, und China.
4/5/202329 minutes, 55 seconds
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Westjordanland: Friedenslösung in der Sackgasse

So lange gibt es den Nahostkonflikt schon, dass er immer wieder in Vergessenheit gerät. 75 Jahre nach der Staatsgründung Israels und 30 Jahre nach Beginn des Osloer Friedensprozesses ist die Lage in den Palästinensergebieten heute hoffnungsloser denn je – nicht nur im Gazastreifen, sondern auch im Westjordanland. Die neue rechts-religiöse Regierung in Israel forciert hier den Ausbau von jüdischen Siedlungen und schafft damit ständig neue Fakten. Als Reaktion auf palästinensische Gewalt kommt es häufig zu israelischen Militäreinsätzen in Flüchtlingslagern und anderen Hotspots. Hinzu kommt die stark eingeschränkte Bewegungsfreiheit der Bevölkerung sowie die Kontrolle palästinensischer Ressourcen durch die Besatzungsmacht. All das unterläuft das Ziel eines eigenen palästinensischen Staats, Palästinenser sprechen von Ghettoisierung, Apartheid und Kolonialismus; vertreiben lassen wollen sie sich aber nicht. Eine Reportage aus dem Westjordanland.
4/4/202337 minutes, 57 seconds